Das Vermögen der Deutschen ist innerhalb eines Jahres um fünf Prozent auf über fünf Billionen Euro gestiegen. Doch Altersvorsorge und Rendite kommen zu kurz. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
15.07.2016 15:54 Uhr
REKORDNIVEAU DEUTSCHER ERSPARNISSE

Vermögen der Deutschen: 5 Billionen Euro aber kaum Rendite

Düsseldorf, 15.07.2016 15:54 Uhr (Finanzredaktion)

Zweimal fünf. Über 5 Billionen Euro haben die Deut­schen ange­spart. Das sind 5 Prozent mehr als im Jahr 2014. Ein enormer Zuwachs in der kurzen Zeit.

Laut Bankenverband hat mit 5,3 Billionen Euro das Geldvermögen der Bundesbürger Ende 2015 einen neuen Höchstwert erreicht. Gegenüber 2014 ist sie nochmals um fünf Prozent gestiegen.

Eine Billion, ausgeschrieben 1.000.000.000.000, das ist eine Million Millionen - das als Versuch, die unfassbare Zahl zumindest ein weniger greifbarer zu machen.

Schaut man sich die einzelnen Sparformen an, zeigt sich: Die Deutschen meiden nach wie vor das Risiko. Über 1,9 Billionen Euro horten sie auf Spar-, Sicht- und Terminkonten. Und das trotz der Niedrigzinsen, die dazu führen, dass risikoarme Anlagen allenfalls noch einen marginalen Zins abwerfen.

Deutsche Sparer Risiko Bankenverband

Das Votum ist deutlich: 91 Prozent der Deutschen legen bei der Geldanlage vor allem Wert auf Sicherheit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Postbank. Interessant dabei: Für jüngere Menschen gilt dies im Besonderen: 99,4 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren sagten, am wichtigsten sei es, dass eine Geldanlage sicher sei.

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Deutsche Sparer sind extrem Risikoscheu

Verfügbarkeit und Rendite, die anderen beiden oft zitierten Eckpunkte des "magischen Dreiecks der Geldanlage“ lagen deutlich dahinter: So ist es knapp 80 Prozent der Deutschen wichtig, ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Am ehesten bereit, auf einen guten Ertrag zu verzichten, sind wieder die jungen Befragten: Jedem Vierten ist die Rendite unwichtig, so die Umfrage. Menschen mit geringem Verdienst sind noch risikoscheuer: Für 28 Prozent der Befragten mit einem Monatseinkommen von 1.000 bis unter 1.500 Euro ist die Rendite nicht entscheidend.

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Die Zahlen passen zu den vergangenen Studien im Auftrag des Bankenverbandes, die ein eher ambivalentes Verhältnis der Deutschen zur Risikobereitschaft belegt haben. 57 Prozent der Befragten hielten es in laut einer Umfrage von Ende 2015 zwar für wichtig, „auch einmal etwas zu riskieren“, aber unter 22 Schlagworten zu Dingen, die „im Leben wichtig sind“, landet die „Risikobereitschaft“ mit 9 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Rang.

Vermögen Deutsche Anlageform 2015

Besonders Bargeld ist beliebt

Besonders kräftig gestiegen ist 2015 der Anteil des Bargeldes – und zwar um zehn Prozent, doppelt so stark also wie das Geldvermögen insgesamt. Dies könnte eine Folge der Niedrigzinspolitik sein. Allerdings beträgt der Anteil des Bargeldes am gesamten Geldvermögen nur knapp drei Prozent.

Auf etwas mehr als zwei Billionen Euro belaufen sich die Ansprüche an Lebensversicherungen, Pensionskassen und andere Einrichtungen der Altersvorsorge. Sie bilden den größten Anteil des Geldvermögens.

Aktien kommen „nur“ auf 342 Milliarden Euro – gerade einmal gut sechs Prozent des Geldvermögens. Den vielen Plädoyers von Experten, mit Wertpapieren den Niedrigzinsen zu trotzen, folgen die Sparer hierzulande weiterhin also eher nicht. Aus Sicht des Bankenverbandes ist dies unklug: Denn die Erfahrung zeigt, dass trotz starker Schwankungen der Aktienkurse langfristig durchschnittliche Renditen von etwa fünf bis zehn Prozent im Jahr möglich sind.

(Quelle: Bankenverband / Postbank AG)

 

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