Die Zahlen der Insolvenzen in Deutschland stagniert. Jedoch steigen die finanziellen Schäden bei Unternehmensinsolvenzen enorm an. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
05.12.2016 10:26 Uhr
INSOLVENZEN IN DER WIRTSCHAFT

Insolvenzen in Deutschland: Höhere Schäden durch Unternehmensinsolvenzen

Düsseldorf, 05.12.2016 10:26 Uhr (Gastautor)

Eine aktu­elle Studie des welt­weit tätigen Kredit­ver­si­che­rers Euler Hermes zeigt: Trotz stagnie­render Insol­venzen steigen die finan­zi­ellen Schäden durch Inso­lenzen in Deutsch­land.

Schäden aus Insolvenzen liegen in den 12 Monaten bis August 2016 ganze 48 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. "Ende letzten Jahres hatten wir in Deutschland bereits für 2016 mit stagnierenden Insolvenzzahlen gerechnet“, sagte Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Zwar sind die Fallzahlen dieses Jahr nochmals rückläufig, dennoch war unsere Einschätzung von steigenden Risiken richtig. Die Schäden durch Unternehmensinsolvenzen sind 2016 in die Höhe geschnellt. In den 12 Monaten bis August 2016 lagen diese mit 26 Milliarden (Mrd.) Euro ganze 48 Prozent höher als noch 12 Monate zuvor. Das sind durchschnittlich 1,2 Millionen pro Insolvenz.“

Euler Hermes Insolvenzen Schäden

Trend der Großinsolvenzen wird sich fortsetzen - 2017 zudem stagnierende Fallzahlen

„Es sind vor allem mehr wirtschaftlich bedeutende, große Unternehmen in die Pleite geschlittert“, begründet Van het Hof die Entwicklung. „Ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar – zumal wir 2017 in Deutschland mit stagnierenden Fallzahlen rechnen.“

Besonders im Bereich Wissenschaft und Technik, im produzierenden Gewerbe, im Handel, im Bau, im Finanzbereich und im Transportgewerbe sind die entstandenen Verluste durch Pleiten in Deutschland 2016 überproportional gestiegen. Das Risiko für einzelne Unternehmen ist in diesen Sektoren entsprechend hoch.

Vorsicht vor Dominoeffekt im In- und im Ausland

"Too big to fail‘ gibt es nicht mehr“, sagte Van het Hof. „Das gilt sowohl in Deutschland als auch im Ausland, auch dort gehen vermehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen in die Insolvenz. Das bedeutet auch hier deutlich höhere Schäden. Zudem steigen die Fallzahlen weltweit bereits. Für Exporteure sind das keine guten Nachrichten. Ein aus diesem Trend resultierender Dominoeffekt auf Lieferanten und Partner kann eigentlich stabile Unternehmen leicht in Schwierigkeiten bringen und im schlimmsten Fall mit in den Abwärtsstrudel ziehen.“

Insolvenzen Deutschland 2016: Fallzahlen steigen in Sachsen, Schleswig-Holstein und Bremen

Schaut man bei den Tendenzen der Insolvenzen in Deutschland 2016 genauer hin, sinken die Fallzahlen in fast allen Bundesländern. Am stärksten ist der Rückgang in Thüringen (-24%), Hamburg und Rheinland-Pfalz (jeweils -15%). Sachsen (+8%), Bremen (+6%) und Schleswig-Holstein (+5%) verzeichnen gegen den Trend einen Anstieg der Fallzahlen (September 2015 bis August 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Die absolut meisten Fälle verzeichnen Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Bei der Insolvenzrate, also den Insolvenzfällen pro 10.000 Unternehmen, liegen Bremen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Berlin und Hamburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Bei den Branchen ist die Insolvenzrate im Finanzdienstleistungssektor, in der Transportbranche, Gastronomie, bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleitungen, Baubranche und dem produzierenden Gewerbe überdurchschnittlich hoch, auch wenn die Fallzahlen fast überall rückläufig sind.

Schaut man im produzierenden Gewerbe jedoch auf die Untersektoren, fällt auf, dass in der Fertigung pharmazeutischer Produkte gegen den Trend die Pleiten um 43% angestiegen sind. Steigende Pleitefälle verzeichnet Deutschland 2016 zudem im Bildungs-, Energie- und Agrarsektor.

(Quelle: Euler Hermes ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kaution, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.)

Disclaimer

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.
Vorbehalt bei Zukunftsaussagen: So weit wir hierin Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen ergeben sich eventuell Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschliessenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmassnahmen. Abweichungen resultieren ferner aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen, und insbesondere im Bankbereich aus dem Ausfall von Kreditnehmern. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte und der Wechselkurse, sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können einen Einfluss ausüben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

 

  • Wirtschaft
  • Recht
 
Artikel »   Drucken Versenden

 


Kommentar schreiben »



Kommentar:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an
      meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)

Bitte übertragen Sie die dargestellte Zeichenfolge in das rechte Feld:

* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.

 

Weitere Artikel zum Thema:

nach oben
News über Insolvenzen vom InsolvenzPortal
Neues aus Recht & Steuern
Hilfe vom Profi - Insolvenz und Entschuldung
Durch diverse TV-Sendungen ist das Thema Entschuldung aus dem Tabu-Tal herausgekommen. Rechtsanwalt Jörg Franzke aus Berlin ist anerkannter Spezialist zum Thema Entschuldung und Insolvenzberatung. Seine Tipps und Rechtssicherheit geben Privatpersonen und Unternehmern neue Hoffnungen und Transparenz.

»Mehr Infos "Damit sie Recht behalten"
Steuertipps und Urteile
 
Finanzen Markt & Meinungen - Das Praxismagazin für Finanzthemen
Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

Portalsystem 2018 © FSMedienberatung
Contentservice: Javascript Newsticker für Ihre Internetseite RSS Feed XML 0.9
0,406 Sek.