Nach Prüfung fordert das Schweizer Krypto-Mining-Startup envion AG Krypto-Börsen weltweit auf, den Handel mit EVN-Token einzustellen. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
17.05.2018 11:17 Uhr
INITIAL COIN OFFERINGS KRYPTOWÄHRUNGEN

Krypto-Mining-Startup envion Appell an Börsen: Handel mit EVN-Token einstellen

Düsseldorf, 17.05.2018 11:17 Uhr (Frank Schulz)

Nach Irri­ta­tionen meldet sich die schwei­ze­ri­sche envion AG nun mit einer offi­zi­ellen Mittei­lung an die Öffent­lich­keit. Es sollen Token im Wert von 40 Mio. US-Dollar illegal geschaffen worden sein. Firmen­chef Matt­hias Woest­mann erstattet Anzeige.

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

In den vergangen Stunden hatten bereits einige Medien über verschwundene Millionen des Krypto-Mining-Startups envion AG berichtet. Unter anderem das Handelsblatt.

Envion kam mit dem Versprechen, das extrem energieaufwendige Mining von Kryptowährungen mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu betreiben. An sich eine gute Sache.

Zwischen Dezember 2017 und Januar 2018 wurde im ICO-Verfahren 86 Mio. Token mit einem Nennwert von 1 US-Dollar weltweit platziert.

TIPP: Artikel über Initial Coin Offerings (ICO) hier auf FMM-Magazin.

envion ICO - Mehr digitale Wertpapiere an den Krypto-Börsen

Irgendetwas bei den ausgegebenen Tokens erschien Woestmann schleierhaft. Er beauftragte eine externe Untersuchung ...

Jetzt kam heraus, dass zusätzlich zu den platzierten Token rund 40 Mio. Token ohne Wissen des envion-Verwaltungsrates erzeugt und davon 20 Mio. verteilt wurden. Ein Teil dieser digitalen Wertpapiere wurde von den vermeintlichen Tätern an Krypto-Börsen verkauft, nachdem sie in sozialen Medien zuvor Werbung für die Token gemacht hatten.

Envion-CEO Matthias Woestmann: “Wir traten an mit der großen Idee, die Blockchain grün zu machen. Umso mehr erschüttert mich dieser Betrug, der unsere Firma und die ganze Blockchain-Szene trifft.”

Videostatement von Firmenchef Matthias Woestmann:

Hintergrund virtuelle envion Token-Wertpapiere

Die im Rahmen des Envion-ICO angebotene Anlage (Token) wurde als Genussrecht nach deutschem Recht ausgestaltet. Die Verzinsung erfolgt in Form einer Beteiligung am Gewinn der Gesellschaft. Dem Envion-Token liegt ein sogenannter Smart Contract zugrunde, der in der Programmiersprache Solidity verfasst wurde. In dem Smart Contract sind die Funktionalitäten für die Ausgabe und die Handelbarkeit der Token implementiert.

Die Anzahl der im Zuge des envion-ICO offiziell platzierten Token beträgt 86 Mio. Eine interne Revision ergab jedoch, dass darüber hinaus mehr als 40 Mio. Token ohne Genehmigung des Verwaltungsrats der envion AG erzeugt wurden, davon landeten rund 12 Mio. Token auf mehreren Adressen (Wallets) und wurden von dort auf weitere Adressen verteilt. Dies diente offensichtlich dazu, eine Analyse des Verbleibs der Token zu erschweren. Mehrere Millionen dieser Token wurden bereits über diverse Krypto-Börsen weiterverkauft und die Erlöse in unbekannte Hände umgeleitet.

Das ergibt der Bericht einer unabhängigen Blockchain-Expertengruppe, die sich im Auftrag von envion mit den Vorgängen befasste. Die kanadische Sicherheitsfirma Canadian Blockchain Intelligence Group (BIC) prüfte und bestätigte diesen Bericht. Woestmann erstattete Strafanzeige in Berlin und informierte die Schweizer Finanzaufsicht FINMA.

Video der BIC zum Thema Blockchain:

Woestmann: “Ich verspreche allen Investoren schnellstmögliche Aufklärung. ICO-Zeichner sollen durch einen Tokentausch weitgehend vor Schaden geschützt werden.“

Woestmann beabsichtigt alle ausgegebenen EVN-Token durch neue EVN2-Token zu ersetzen. Alte EVN-Token werden vom Dividendenbezug ausgeschlossen und verlieren ihre Gültigkeit. Alle Handelsstellen wurden aufgefordert, keine EVN-Token mehr zu vertreiben. Ein neuer Smart Contract wird derzeit erstellt und soll von mehreren unabhängigen Institutionen vor Anwendung geprüft werden.






(Quelle: envion AG / Handelsblatt GmbH)

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