Kürzung der Solarförderung ist Thema beim Deutschen Solarforum in Berlin
Berlin/Düsseldorf, 12.02.2010 17:28 Uhr (redaktion)
Noch im Februar 2010 will die Bundesregierung die umstrittene Kürzung der Solarförderung verabschieden.
Nach einem koalitionsinternen Streit über den Zeitpunkt und die Höhe der Kürzungen, haben sich CDU/CSU und FDP bei den garantierten Abnahmepreise für Sonnenstrom von Hausdächern auf eine Kürzung um 16 Prozent ab dem 1. Juni geeinigt. Über die Vergütung von Solaranlagen auf Freiflächen wird noch verhandelt. Da die Kürzungen zusätzlich zu den ohnehin vorgesehen Kürzungen der Solarentgelte vorgesehen sind, haben bereits über 20.000 Beschäftigte aus der Solarindustrie gegen die Pläne der Regierung protestiert und fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Solarindustrie.
Auf dem 1. Deutschen Solarforum (17. und 18. März 2010, Berlin) für Energieversorger und Anlagenbetreiber stellt Dr. Karin Freier (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) die Pläne der neuen Bundesregierung zur Förderung der Solarenergie vor und erläutert die Maßnahmen der Politik gegen eine Über- und Unterförderung der Solarenergie. Nach dem hohen Preisverfall der Solarmodule im letzten Jahr um über 30 Prozent räumt die Solarindustrie eine zu hohe deutsche Solarförderung ein. Gleichzeitig fürchtet sie aber bei einer zu starken Absenkung um ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber preiswerten Anbietern aus Fernost.
Anton Milner, Vorstandsvorsitzender Q-Cells, zeigt die zunehmende Wettbewerbsituation für die deutschen Markführer durch die asiatische Konkurrenz auf und gibt einen Ausblick auf die anstehende Konsolidierung der Branche. Gemeinsam mit Dr. Peter Asmuth (STAWAG Stadtwerke Aachen AG), Hansjörg Lerchenmüller (Concentrix Solar GmbH), Jens Vorbrodt (Siemens AG) und Matthias Willenbacher (juwi Holding AG) diskutiert Milner über die Zukunft der Solarenergie in Deutschland und auf den internationalen Märkten.
Großprojekte wie das Solarthermische Kraftwerk Desertec in Nordafrika oder der Solarpark Lieberose werden auf dem von EUROFORUM organisierten Solarforum ebenso vorgestellt wie Fragen der Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energien. Dr. Rainer Kistner (Ferrostaal AG) berichtet von der steigenden Bedeutung der Solarthermie auf dem spanischen Markt und berichtet vom solarthermischen Kraftwerk Andasol 1-3.
Während in Deutschland über eine Reduzierung der Solarförderung gestritten wird, soll in Großbritannien nach deutschem Vorbild ein Einspeisetarif eingeführt werden, um die Solar-Kapazitäten im Königreich zu erhöhen. Auch die USA haben Anreize für die Installation von Photovoltaik-Anlagen gesetzt. Über den Einstieg auf dem US-amerikanischen Markt spricht Christoph Fark (Schott Solar CSP GmbH). Die Marktaussichten für Hersteller, Investoren und Anlagenbetreiber auf den europäischen und internationalen Märkten sind ein weiteres Thema der Konferenz, die auch über den aktuellen Stand der Solarforschung und Fragen der Netzstabilität informiert.
(Quelle: EUROFORUM Deutschland SE)
Weiterführender Link: http://www.euroforum.de
Solarbranche Politik Wirtschaft
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