Laut DIHK-Umfrage schrumpft im Mittelstand das Liquiditätspolster
Berlin, 06.07.2010 12:11 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
Liquiditätspolster in vielen Betrieben aufgezehrt. Fast zwei Drittel der Unternehmen haben einen erhöhten Liquiditätsbedarf.
Die Krise hat vielen Unternehmen deutlich vor Augen geführt, dass eine solide Liquiditätsplanung notwendig ist. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) heute in Berlin veröffentlicht hat. Ihr liegen rund 800 Unternehmensantworten zugrunde.
Demnach haben aktuell fast zwei Drittel der Unternehmen einen erhöhten Liquiditätsbedarf. Benötigt wird das Geld vor allem für den laufenden Betrieb (54 Prozent der Betriebe mit erhöhtem Liquiditätsbedarf), für Investitionen (44 Prozent) oder für die Finanzierung neuer Aufträge (41 Prozent).
"Der Liquiditätsbedarf der Unternehmen steigt, weil die Betriebe im Aufschwung in Vorleistung gehen müssen und weil die Liquiditätspolster in vielen Betrieben nach der wirtschaftlichen Durststrecke aufgezehrt sind", betonte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. Er warnte: "Je länger eine solch schwierige Situation anhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich für die Betriebe die Existenzfrage stellt".
Nicht einmal jedes zweite Unternehmen - 47 Prozent - kann seinen Liquiditätsbedarf derzeit aus dem Cash Flow decken. Viele Unternehmen greifen deshalb zur Finanzierung ganz oder zumindest teilweise auf bestehende Kreditlinien zurück (48 Prozent der befragten Unternehmen). 18 Prozent der Betriebe müssen neue Betriebsmittelkredite aufnehmen und dabei oft verschlechterte Konditionen in Kauf nehmen. Wer keine oder nur zu sehr schlechten Konditionen Kredite bekommt, dem bleibt oft nichts anderes übrig, als auf Reserven zurückzugreifen. 21 Prozent der befragten Unternehmen finanzieren sich derzeit aus ihrem Kapitalstock; 22 Prozent müssen sogar private Rücklagen einsetzen - in beiden Fällen kann ein weiterer Mittelschwund existenzbedrohend werden.
Aber die Unternehmen haben aus der Krise gelernt. 58 Prozent sind nach eigenen Angaben bei der Liquiditätsplanung gut aufgestellt; 42 Prozent geben zwar an, noch über kein fundiertes Liquiditätsmanagement zu verfügen, mehr als die Hälfte dieser Firmen plant jedoch ebenfalls die Einführung entsprechender Maßnahmen.
Weitere Informationen zum Thema bietet z.b. die IHK Ulm
(Quelle: DIHK Berlin)
(Foto: Fotolia)
Mittelstand Finanzen Wirtschaft
* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.
- Saxo Bank Experte erwartet mehr Unternehmensanleihen durch Basel III
- Mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten führen zu Frust bei Führungskräften im Job
- Deutsche Bank sponsort Experten-Konferenz Thema Regulierung der Finanzmärkte
- Cybercrime Report: Deutsche schwindeln im Internet durch falsche Identität
- IHK München: Sparpaket der Bundesregierung torpediert Insolvenzreform
- Das Praxismagazin für FinanzthemenOnlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.
Portalsystem 2010 © SCHULZMedienberatung




Studie Private Equity: Familienunternehmer entdecken Finanzinvestoren. Durch die Kreditkrise gibt es durchaus Vorteile von Minderheits-Beteiligungen durch die Geldgeber.
Durch diverse TV-Sendungen ist das Thema Entschuldung aus dem Tabu-Tal herausgekommen. Rechtsanwalt Jörg Franzke aus Berlin ist anerkannter Spezialist zum Thema Entschuldung und Insolvenzberatung. Seine Tipps und Rechtssicherheit geben Privatpersonen und Unternehmern neue Hoffnungen und Transparenz.