In den letzten Jahren ist bei Rauchern die e-Zigarette immer beliebter geworden. Vor allem sollen weniger Schadstoffe inhaliert werden als bei einer Tabakzigarette. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
18.02.2014 11:05 Uhr
TABAKINDUSTRIE VS. LIQUIDS

Markt & Branchen: Der Trend bei e-Zigaretten scheint ungebrochen

Düsseldorf, 18.02.2014 11:05 Uhr (Frank Schulz)

Was hat die Nebel­ma­schine in Disko­theken mit der elek­tro­ni­schen Ziga­rette gemeinsam? Sie arbeitet nach dem glei­chen Prinzip. Akku und Verdampfer. Genuss oder Verdruss - Rau­cher sehen in der e-Ziga­rette eine Alter­na­tive zur Papier­zi­ga­rette.

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

Um das Rauchen ging es im vergangenen Herbst heiß her. In der EU-Politik wurde die neue Tabakrichtlinie beschlossen. Abschreckende Bilder auf Zigarettenschachteln, präventive Maßnahmen für junge Menschen um sich nicht erst an das Nikotin zu gewöhnen. Und immer saßen den EU-Abgeordneten die Vertreter der Tabaklobby im Nacken.

Es ging auch um die elektronische Zigarette (e-Zigarette) als Neuerscheinung am Raucherhimmel. Ist sie nun verschreibungspflichtig, also nur in der Apotheke erhältlich oder kann sie sich parallel zum Tabak etablieren? Die EU-Kommission wollte sie in die Apotheke verbannen, manche EU-Länder komplett verbieten. Schließlich setzte sich das EU-Parlament durch und die e-Zigarette inkl. Verdampfer-Flüssigkeit ist laut EU-Entscheidung vom Herbst 2013 (Tabakrichtlinie) kein Arzneimittel und darf in der EU frei verkauft werden.

China - das Land des aufgehenden Dampfes. Von diesem Land, das im Durchschnitt 400 Millionen rauchende Einwohner hat, ging der Akku-Verdampfer seinen Weg gen Westen. In Deutschland gibt es nach Schätzungen rund 2 Millionen Personen, die regelmäßig zur e-Zigarette greifen.

Fraunhofer Institut Bild der e-Zigarette

Aufbau einer elektrischen Zigarette. (Quelle: Fraunhofer Institut WKI).

Die Geräte bestehen aus einer Stromquelle, einem elektrischen Vernebler und einer auswechselbaren Kartusche mit einer Flüssigkeit (Liquid), die durch das Saugen am Mundstück vernebelt und inhaliert wird. Hauptbestandteile der Flüssigkeit sind Propylenglykol und/oder Glyzerin, Aromen (Fruchtaromen, Schokolade, Rum, und viele andere) und in der Regel Nikotin; es gibt aber auch nikotinfreie Liquids.

Einer der großen Unterschiede zur Papierzigarette ist auch, das es nicht zu einer Verbrennung, sondern zu einem "verdampfen" kommt. Insofern fallen weitaus weniger Schadstoffe an.

Wer nutzt die e-Zigarette?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) hat eine umfangreiche Ausarbeitung zum Thema e-Zigarette im Jahr 2013 erstellt. Elektrische Zigaretten werden vor allem von Rauchern und Rauchern, die einen Rauchstopp erwägen, sowie von ehemaligen Rauchern verwendet. Und: Elektrische Zigaretten werden in erster Linie aufgrund der geringeren Gesundheitsgefährdung, die ihr zugeschrieben wird, als Alternative zu herkömmlichen Zigaretten verwendet. (Quelle: Band 19, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg).

Mehr Dampf weniger Schadstoffe?

Das Fraunhofer-Institut WKI (2012) hat eine Untersuchung durchgeführt, welche freigesetzten Substanzen während des Einsatzes einer e-Zigarette in der Raumluft enthalten sind. Eine Probandin hat eine e-Zigarette mit drei unterschiedlichen Liquids und eine Tabakzigarette getestet. Das Ergebnis: "Generell waren die Emissionen der elektronischen Zigarette geringer als die der klassischen Tabakzigarette...[]... somit ist die elektronische Zigarette eine schwächere Quelle für Raumluftverunreinigungen als eine klassische Tabakzigarette. Allerdings ist auch sie nicht emissionsfrei."

Till Hermann, Geschäftsführer der steamo GmbH vergleicht die e-Zigarette anhand neuester Erkenntnisse mit der Tabakzigarette.

 

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2 Kommentare »
 
25.05.15 11:45 Uhr
Elektroschrott
E-Zigaretten sorgen für einen gigantischen Batterie-Berg
Wer eine verbrauchte E-Zigarette zerlegt, wird fündig: Batterie, LED und Steuerelektronik für das einmalige "Rauchvergnügen für nur 5,99 Euro" liefert abermillionen Stück kostbaren Elektronikschrott PRO TAG, über das sich die E-Zigaretten-Hersteller offensichtlich keine Entsorgungsgedanken gemacht haben. Und die Politik ??? Die erst recht nicht. Oder doch???
19.02.14 23:14 Uhr
fasbracke
Recht ausgewogener Artiel
Dieser Artikel ist ungewöhnlich ausgewogen, wenn er auch den Krimi, der derzeit in der EU läuft etwas unter der Tisch kehrt.


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