Mögliche Unsicherheiten an der Börse lassen Aktien-Anleger zu Gewinnmitnahmen verleiten. Wie geht es weiter mit DAX und Co. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
11.02.2019 11:10 Uhr
FINANZEN UND WIRTSCHAFT

Robert Halver Börse Kommentar | Gewinnmitnahmen bei Aktien

Frankfurt am Main, 11.02.2019 11:10 Uhr (Robert Halver)

Die bislang noch unsi­chere Gemen­ge­lage lädt nervöse Anleger nach der jahres­an­fäng­li­chen Entspan­nungsrallye zu Gewinn­mit­nahmen bei Aktien ein.

Informationen zum Autor:
Halver Robert
Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. Bereits seit 2012 berichtet er auf FMM-Magazin.de über die Geschehnisse an den Börsen. Baader betreut an den Börsenplätzen Frankfurt, München, Stuttgart, Düsseldorf und Berlin u.a. den Handel mit Aktien, Anleihen, Derivaten und Fonds.

Nachdem in puncto Brexit-Frage bei der Parlamentsabstimmung gegen eine Verschiebung des Austrittstermins votiert wurde, scheint der Widerstand gegen diese Option allmählich zu bröckeln. Das gäbe der EU und Großbritannien Zeit, an einer „kreativen“ Lösung der nordirischen Grenzfrage als offensichtlich heilige Kuh zu arbeiten. Allerdings steckt der Karren tief im Dreck. Gesichtswahrende Lösungen werden immer schwieriger zu erreichen sein.

Mit Blick auf die politischen Störmanöver gewinnen die Konjunkturängste in der Eurozone an Traktion. Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprojektion für 2019 von 1,9 auf 1,3 Prozent wegen markanter Reibungsverluste in Deutschland und Italien gesenkt. Zwar ist die Konjunkturlage besser als die Konjunkturstimmung. Das zeigen auch die robusten deutschen Exportzahlen für 2018. Allerdings trübt zu viel schlechte Stimmung früher oder später auch die tatsächlichen Konjunkturdaten ein. Die Politik sollte schnellstmöglich liefern, damit nicht ohne Not das Rezessionswort in Mode kommt.

Robert Halver Marktprognose Kennzahlen vom 11022019


 

Immerhin, die Gleichung „Schwächere Konjunktur = ultralockere Geldpolitik“ ist ein wichtiger Punkt auf der Habenseite der Aktienbörsen. Die Liquiditätshausse ist alles andere als tot.


 

Aus Sentimentsicht ist die Lage konstruktiv. Bei anhaltender Vorsicht signalisiert die gesunkene Absicherungsneigung institutioneller Anleger und eine Investitionsquote der US-Fondsmanager auf dem höchsten Niveau seit Oktober 2018 durchaus Zukunftsoptimismus. Auch der von Citigroup veröffentlichte Macro Risk Index als Maß für Risikostimmung an den Finanzmärkten - Indexwerte von größer als 0,5 deuten auf zunehmende Risikoabneigung und Werte kleiner als 0,5 auf steigende -freude hin - legt mit einem Umschwung aus dem Bereich „Risikoabneigung“ in Richtung „Risikofreude“ von 0,86 zu Jahresbeginn auf einen aktuellen Indexwert von rund 0,52 eine nachlassende Scheu vor Aktien nahe.

Robert Halver Markt Risiko Chart vom 11022019

Börse Charttechnik - Nervös

Charttechnisch trifft der DAX bei fortgesetzter Korrektur auf die erste Haltelinie bei 10.929 Punkten. Darunter befinden sich die nächsten Unterstützungen bei 10.780 und 10.387. Setzt sich die Erholung fort, trifft der Index bei 11.217 und 11.372 auf erste Widerstände. Können diese überschritten werden, trägt die Erholung bis zu den Barrieren bei 11.519 und 11.696. Erst oberhalb der Marke bei 11.600 Punkten verlässt der DAX den Abwärtsmodus.

Robert Halver Börse Aussicht 2019

Der Wochenausblick

In China unterstreicht der sich beschleunigende Einbruch der Im- und Exportdaten die konjunkturellen Reibungsverluste aus dem Handelskonflikt mit den USA.

Aber auch in den USA schwächelt der Konjunkturoptimismus der Kleinunternehmen laut der National Federation of Independent Business. Dieses nicht einwandfreie Konjunkturbild findet Unterstützung durch erneut rückläufige Inflationsdaten, die die Entspannungspolitik der Fed unterstützen.

In der Eurozone und Deutschland deuten die immerhin stabilen BIP-Zahlen für das IV. Quartal nicht auf Rezession hin.

Der Autor dieses Artikels ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:
Baader Bank AG
Weihenstephaner Str. 4
85716 Unterschleißheim
Deutschland
www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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