Die Geldpolitik der Notenbanken, allen voran der EZB, stehen demnächst wieder auf der Tagesordnung. Eine Einschätzung von Robert Halver. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
08.03.2016 11:05 Uhr
AKTUELLE FINANZMARKTANALYSE

Robert Halver | Charttechnik DAX und die aktuelle Anlegerstimmung

FrankfurtMain/München, 08.03.2016 11:05 Uhr (Robert Halver)

Zur nächsten Sitzung der EZB am 10. März hat Mario Draghi den Boden für weitere Locke­rungen der Zins­po­litik und bei Anlei­heauf­käufen vorbe­reitet. Wie die aktu­elle Stim­mung an den Finanz­märkten aussieht analy­siert Robert Halver von der Baader Bank.

Informationen zum Autor:
Halver Robert
Robert Halver ist Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. Baader betreut an den Börsenplätzen Frankfurt, München, Stuttgart, Düsseldorf und Berlin u.a. den Handel mit Aktien, Anleihen, Derivaten und Fonds.

Insgesamt können die Notenbanken ihr geldpolitisches Pflaster nicht von den finanz- und weltkonjunkturellen Wunden entfernen. Die Blutungen würden sofort wieder starten. Immerhin ist damit eine verbesserte Stimmung an den Aktienmärkten verbunden. Sie haben ihren Boden gefunden. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass der Ölpreis sich stabilisiert hat. Allerdings bleibt der Brexit ein latentes Aktienmarktrisiko, das bis zum Abstimmungstag am 23. Juni 2016 - je nach Umfrageergebnis - für ansteigende Volatilitäten sorgen wird.

Die Leidtragenden dieser Rettungsmission werden die Zinssparer sein. Daher wird auch im laufenden Jahr der Weltspartag zum Volkstrauertag degenerieren.

Angesicht des kollektiven Zinsverfalls werden Dividendentitel als sinnvolle Alternative unverzichtbar. Das gilt insbesondere ebenso mit Blick auf den Wiederanlageeffekt: Der Dividendendividendeneffekt ersetzt den Zinseszinseffekt.

Aktuell wartet der DAX mit ca. 3,4, der Euro Stoxx 50 mit 4,1 und einige Branchen sowie ein reiner Euro-Dividendenindex mit bis zu 5 Prozent Dividendenrendite auf.

In diesem Jahr wird die höchste Dividendensumme der im DAX vertretenen Konzerne aller Zeiten ausgeschüttet, obwohl RWE seine Ausschüttungen auf Stammaktien gestrichen hat. Erfreulicherweise werden die Dividenden insgesamt nicht aus der Unternehmenssubstanz, sondern aus erwirtschafteten Gewinnen gezahlt. Nicht zuletzt sind dividendenstarke Aktien ebenso ein ordentliches Risikopolster gegen Kursschwankungen.

Charttechnik DAX und Euro Stoxx 50 - Der Ausbruch gelingt

Charttechnisch stößt der DAX auf dem Weg nach oben bei 9.905 Punkten auf einen ersten Widerstand. Darüber liegen weitere Hürden bei 10.123 und 10.486. Im Falle einer erneuten Konsolidierung bietet die Marke am kurzfristigen Aufwärtstrend bei aktuell 9.606 Punkten ersten Halt. Darunter liegen weitere Unterstützungen bei 9.581, 9.391, 9.125 und in der Kurslücke zwischen 9.079 und 8.967 Punkten. Schließlich gibt der langfristige Aufwärtstrend bei 8.729 Halt.

Der Euro Stoxx 50 stößt auf der Oberseite bei 3.050 und 3.137 Punkten auf Widerstand. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung bei 2.950 Punkten. Darunter gibt der zuletzt überwundene kurzfristige Abwärtstrend bei 2.842 Punkten Halt. Wird diese Linie signifikant unterschritten, warten bei 2.800 und 2.756 Punkten weitere Unterstützungen.

Baader Bank Bloomberg Dax Aktien Dividenden

Der Wochenausblick für die KW 10 - Alle Augen auf den EU-Gipfel und die EZB-Sitzung

In China fallen die Im- und Exportzahlen für Februar erneut schwach aus. Doch sollten diese aufgrund typischer Verzerrungen wegen des chinesischen Neujahrsfests nicht überinterpretiert werden. Der klare Fokus der Anleger liegt auf dem Parteikongress der KP, auf dem dringend nötige weitere Maßnahmen zur Konjunkturstabilisierung beschlossen werden müssen.

In den USA stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Mittelpunkt.

In der Eurozone signalisieren die Sentix Konjunkturerwartungen für die nächsten 6 Monate die anhaltende Konjunkturskepsis großer Finanzinvestoren. Die EZB wird auf ihrer Sitzung gesenkte Wachstums- und Inflationsprognosen präsentieren und darauf mit einer erneuten Senkung ihres Einlagenzinses sowie der Erhöhung des Aufkaufvolumens von Anleihen reagieren.

In Deutschland unterstreichen Februar-Zahlen zu den Auftragseingängen in der Industrie, der Industrieproduktion sowie dem Export das schwere Fahrwasser für die deutsche Wirtschaft.

Ein ganz besonderes Augenmerkt gilt dem EU-Türkei-Gipfel in Brüssel. Aus aktueller Perspektive spricht wenig für eine einvernehmliche Lösung in der Flüchtlingsfrage. Die massiven politischen Diskrepanzen innerhalb der EU dürften anschließend anhalten und in Form von Eurosklerose und Brexit-Befürchtungen für latente Störmanöver an den Aktienmärkten sorgen.

Der Autor dieses Artikels ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber: Baader Bank AG Weihenstephaner Str. 4 85716 Unterschleißheim Deutschland www.baaderbank.de

Redaktion: Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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