Der neue Fed-Präsident Jerome Powell gilt als Freund der Wall Street Banken und schürt deren Hoffnung auf weniger Regulierung. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
03.11.2017 10:35 Uhr
NEWS ZU DEN NOTENBANKEN

Robert Halver Kommentar: Jerome Powell als neuer Fed Präsident

Frankfurt am Main, 03.11.2017 10:35 Uhr (Robert Halver)

Mit Jerome Powell als Nach­folger Janet Yellens als US-Noten­bank­prä­si­dent setzt die Trump-Regie­rung auf geld­po­li­ti­sche Konti­nuität. Ähnlich wie Yellen gilt Powell als Taube.

Informationen zum Autor:
Halver Robert
Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. Bereits seit 2012 berichtet er auf FMM-Magazin.de über die Geschehnisse an den Börsen. Baader betreut an den Börsenplätzen Frankfurt, München, Stuttgart, Düsseldorf und Berlin u.a. den Handel mit Aktien, Anleihen, Derivaten und Fonds.

Ein Marktkommentar von Robert Halver. Jede nachteilige Irritation seitens der Fed auf die Kapitalmärkte wird verhindert. Und da Präsident Trump ebenso die drei aktuellen Vakanzen im Fed-Direktorium mit Tauben besetzen will, werden auch zukünftig Entscheidungen der Notenbank konjunktur- und aktienfreundlich ausfallen.

Kein Präsident hat Interesse an konjunkturschädlichen Falken bei der Fed. Daher hat sich Trump bei der Yellen-Nachfolge sehr bewusst gegen Professor John Taylor entschieden. Die Gefahr, dass ein verkopfter Wissenschaftler eine strikt modelltheoretische regelgebundene Zinspolitik verfolgt, die auf eine vergleichsweise straffe Geldpolitik hinausläuft, wollte die US-Regierung nicht eingehen. Man erinnerte sich wohl an Ben Bernanke - Vorgänger von Frau Yellen - der ebenfalls als Professor seine Zinstheorien in die Praxis umsetzte. Mit seinen robusten Erhöhungen des Notenbankzinses platzte 2008 schließlich die Immobilienblase. Mit Powell hat man sich für Pragmatismus und gegen Theorie entschieden.

Jerome Powell ist Pro Wall Street Banken

Ein Unterschied zu Janet Yellen ist jedoch, dass Powell der Wieder-Deregulierung der Wall Street-Banken deutlich offener gegenüber steht. Ein ehemaliger Investmentbanker macht aus seinem Herzen eben keine Mördergrube. Der von Trump gewünschten Bankenderegulierung dürfte daher zukünftig wenig im Wege stehen. Eine Lockerung der sog. Volcker-Rule, wonach der Eigenhandel bislang untersagt wurde, würde zu einer Gewinnerholung der US-Banken führen.

Über Deregulierung wird nicht zuletzt deren globale finanzwirtschaftliche Bedeutung gestärkt. Je deregulierter, ertragreicher und damit mächtiger US-Banken sind, umso mehr sind sie der regulierten, ertragsschwachen und angeschlagenen europäische Konkurrenz überlegen. Mit dieser erneuten Destabilisierung der amerikanischen Bankenwelt können die Wall Street-Banken zwar erneut Innovationen und Trends im globalisierten Finanzsektor in ihrem Interesse durchsetzen. Aber die Gefahr von Fehlallokationen ist auch nicht von der Hand zu weisen.

Tatsächlich haben US-Banken seit Mai des Jahres - als Gerüchte über eine deregulierungsfreundliche Neubesetzung des Chefposten der Fed aufkamen - ihre Outperformance gegenüber Banken der Eurozone wieder aufgenommen.

(Quelle: Baader Bank; Robert Halver)

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber: Baader Bank AG Weihenstephaner Str. 4 85716 Unterschleißheim Deutschland www.baaderbank.de

Redaktion: Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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