Das britische Wochenmagazin The Economist geht in seiner Titelstory auf die aktuelle Situation Griechenlands mit der EU ein. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
18.06.2015 19:12 Uhr
MY BIG FAT GREEK DIVORCE

The Economist Leitartikel: Scheidung auf Griechisch

London/Düsseldorf, 18.06.2015 19:12 Uhr (Frank Schulz)

Zanny Minton Beddoes, Chefre­dak­teurin des briti­schen Econo­mist stellt die aktu­elle Titel­ge­schichte vor. Wie hoch ist das Risiko, dass ein Ausscheiden Grie­chen­lands aus der Euro­zone birgt? Eine Schei­dung zu vermeiden, wäre besser für alle. Doch diese Ehe ist es nicht wert, zu jedem Preis gerettet zu werden.

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

Der aktuelle Printtitel des Economist ist eine Anlehnung an den Kinoerfolg "My Big Fat Greek Wedding" von Drehbuchautoin Nia Vardalos aus dem Jahr 2002, die darin ihre Lebensgeschichte erzählt.

Mit Stichtag 30. Juni 2015 steht Griechenland eine Rückzahlung aus dem Rettungspaket in Höhe von 1,5 Mrd. Euro (1,7 Mrd. US $) bevor. Diese kann das Land scheinbar nicht leisten.

The Economist sieht ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Herrn Tsipras und Angela Merkel. Ein Deal sei immer noch möglich, aber die Seiten sind miteinander verhasst. Wenn dies eine Ehe sein würde, dann hätten jetzt die Anwälte ihren Auftritt. Eine Scheidung wäre für alle eine Katastrophe. Das Problem ist nur, auch wenn Griechenland und die Euro-Zone die Bedingungen für ihre Beziehung ändern würden; ein Zusammenbleiben würde auch nicht viel besser sein.

Economist Cover Griechenland

Es ist ein Umdenken notwendig. Beide Seiten, die EU und Griechenland haben die Krise verpfuscht. Vor allem zu Beginn konzentrierten sich die Gläubiger zu sehr auf eine schnelle Haushaltskonsolidierung, mit dem Versuch, die Größe der griechischen Schulden zu begrenzen. Dies war durchaus eine Ablenkung von der eigentlichen Aufgabe. Nämlich wachstumshemmende Strukturen aufzubrechen, die öffentliche Verwaltung zu formen, falsche Vorschriften zu korrigieren, das träge und unzuverlässige Justizsystem zu reformieren, sowie staatliche Vermögenswerte und Oligopole*, unflexible Märkte für Waren, Dienstleistungen und Arbeit neu zu formen.

Alexis Tsipras hat eine schlechte Situation noch schlimmer gemacht. Im Jahr 2014 wuchs die griechische Wirtschaft. Jetzt ist sie dabei wieder zu schrumpfen, auch weil Syriza inkompetent ist und sogar noch gefälliger ist als die Vorgängerpartei. Die meisten Griechen wollen im Euro bleiben. Aber ihre Politiker suchen stärker in Berlin nach einer Erlösung und konzentrieren sich nicht auf die Reform im eigenen Land. Griechenland muss verstehen, dass Gläubiger ihre Geduld verlieren. Eine Scheidung ist schlimm, aber eine Rettung um jeden Preis ist es nicht wert.

Hier geht es zum Original-Artikel des Economist.

*Das Oligopol ist eine Marktform, bei der wenige relativ große Anbieter einer Vielzahl von Nachfragern (Nachfrage) gegenüberstehen.

(Quelle: The Economist)

 

  • Europa
  • Medien
 
Artikel »   Drucken Versenden

 


Kommentar schreiben »



Kommentar:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an
      meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)

Bitte übertragen Sie die dargestellte Zeichenfolge in das rechte Feld:

* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.

 

Weitere Artikel zum Thema:

nach oben
Schnelleinstieg in die Kategorien ...
Veranstaltungshinweise
B2B Kommunikation für Werbepartner


FMM-Magazin bietet Mehrwert für die Business-to-Business Kommunikation. Erklärungsbedürftige Produkte und Kompetenzen von Anbietern werden u.a. über Fachbeiträge und Servicepublikationen vermittelt. Die Kundenansprache und -bindung benötigt zudem Aussagen zur Innovationskraft und zum Image des Anbieters. Hierfür eignen sich Kolumnen, Fachforen, Unternehmerportraits und PR-Boxen. Die Wirkung auf den Kunden erfolgt erst durch die Vernetzung und Nachhaltigkeit der eingesetzten Kommunikationsformen.

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de
 
Finanzen Markt & Meinungen - Das Praxismagazin für Finanzthemen
Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

Portalsystem 2018 © FSMedienberatung
Contentservice: Javascript Newsticker für Ihre Internetseite RSS Feed XML 0.9
0,406 Sek.