Im Streit um Strafzölle zwischen den USA und der EU hat die EU-Kommission bereits eine Produktimportliste für Zölle. U.a. sind dort Motorräder und Bourbon-Whiskey notiert. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
22.02.2018 15:47 Uhr
AUSSENHANDEL MIT DEN USA

Wirtschaftsbeziehungen USA | Importzölle auf Harley-Davidson und Bourbon Whisky?

Brüssel/FrankfurtMain, 22.02.2018 15:47 Uhr (Klaus Stopp)

Die EU-Kommis­sion lässt verlauten, das sie eine ange­mes­sene Reak­tion auf mögliche US-Zölle vorbe­reitet. Auf der Liste stehen Kartof­feln, Tomaten, Oran­gen­saft sowie Motor­räder und Bour­bon-Whisky.

Informationen zum Autor:
Klaus Stopp
Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds der Baader Bank.

Man will es eigentlich nicht aussprechen, das üble Wort vom Handelskrieg. Also reden wir von Reaktionen seitens der EU auf die Strafzölle, welche die US-Regierung plant, womit der Handelskonflikt Realität ist. Donals Trump, der Unberechenbare, hat in der Tat mit seiner „America first“-Politik einen Konflikt vom Zaun gebrochen, der gewachsene Wirtschaftsbeziehungen ruiniert und die transatlantische Freundschaft mit Füßen tritt.

Sollte Washington Importbeschränkungen auf europäische Rohstoffe wie Stahl und Aluminium erlassen, wird die EU wohl binnen weniger Tage mit Strafzöllen auf Waren aus den USA reagieren. Neben vielen agrarwirtschaftlichen Produkten wie Kartoffeln, Tomaten und Orangensaft stehen Motorräder und Bourbon-Whisky auf der Liste, welche die EU-Kommission mit Strafzöllen belegen will.

Interessant ist auch, dass die Europäer laut „FAZ“ Gegenzölle auf Produkte erheben wollen, die Trump-freundliche Wahlkreise wirtschaftlich besonders treffen mögen. Dazu zählen Motorräder von Harley-Davidson aus Wisconsin, wo der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan herkommt, und Whisky aus Tennessee und Kentucky, der Heimat von Mitch McConnell, dem republikanischen Mehrheitsführer im Senat.

Bundesregierung ist für Strafzölle

In der Tat hat die Bundesregierung inzwischen bestätigt, dass die EU eine „angemessene Reaktion“ auf die US-Zölle vorbereitet - ohne allerdings Details zu nennen. Sollte die EU auf Einschränkungen im Stahlhandel mit Gegenzöllen auf völlig andere Produkte reagieren, wäre dies mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar. Die EU will ohnehin vor der WTO gegen die US-Importbeschränkungen vorgehen – ebenso andere Länder wie etwa Südkorea.

TIPP: Wissenswertes zum Thema "America first" von der IHK Düseseldorf.

Kurzfristig mögen Schutzzölle für die US-Stahlindustrie dazu beitragen, lästige Konkurrenten fernzuhalten. Auf Dauer aber dürften die Maßnahmen der US-Branche schaden, weil sie damit an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen dürfte. Bleibt noch die Feststellung, dass in der Geschichte viele Handelskriege zu echten Kriegen geführt haben. Dies sollte allen Beteiligten Mahnung und Warnung zugleich sein.

Indessen wirkt sich die Steuerreform von Trump, die niedrigere Einnahmen und eine höhere Verschuldung zur Folge haben wird, an den Kapitalmärkten aus. So hat die US-Regierung in dieser Woche mit insgesamt 258 Mrd. US-Dollar so viele Anleihen emittiert wie noch nie in einer Woche. Die daraus entstehenden Schulden helfen, das Haushaltsdefizit zu stopfen, das durch Steuerreform und beschlossene Mehrausgaben ab 2019 die Billionen-Dollar-Grenze überschreiten könnte. Damit steigt auch der Aufwärtsdruck für die Renditen und die Aussicht auf weitere Leitzinserhöhungen.

(Quelle: Baader Bank AG)

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