Zertifikate-Kolumne Lars Brandau: Nachhaltigkeit ist keine Mode
Frankfurt/Main, 30.01.2010 16:39 Uhr (Lars Brandau)
Nachhaltiges Handeln ist gut für die Wirtschaft. Das bestreitet heute kaum noch jemand. Die Diskussion konzentriert sich eher auf die Frage, wo Nachhaltigkeit ernst gemeint, umgesetzt und gelebt wird und wo es lediglich um einen profitorientierten Etikettenschwindel geht.

Auch die Finanzwelt greift diesen Ethik-Trend seit Jahren vorausschauend auf und legt immer neue Produkte auf. Der Anteil der nachhaltigen Zertifikate am Gesamtmarkt ist zwar nicht gerade überragend; aber es gibt eine sehr beachtliche Produktpalette, die eher größer als kleiner wird.
Entgegen dem Ansatz der traditionellen Zertifikate, ein möglichst gutes Chance-Risiko-Verhältnis zu wollen, kommt mit dem Thema Nachhaltigkeit eine zusätzliche Komponente ins Spiel, die ausgesprochen sinnvoll erscheint. Allerdings muss der Anleger zwischen einer originellen Idee und der wirklichen Abdeckung eines nachhaltigen „sustainable“ Trends unterscheiden.
Immer wieder geraten sogenannte nachhaltige Anlageprodukte in die Kritik, weil sie nicht halten, was sich Anleger von Ihnen versprechen. Die Produkte werden kurzerhand gekündigt. Nur wer das Geschäft der Nachhaltigkeit mit der gebotenen Ernsthaftigkeit betreibt, wird für sich und den Kunden den gewünschten Mehrwert schaffen.
Der Deutsche Derivate Verband hat für interessierte Anleger eine aktuelle Studie über den Markt für nachhaltige Zertifikate auf seiner Internetseite (www.derivateverband.de) bereitgestellt. Darin gibt es auch konkretes, vergleichbares Zahlenmaterial, so dass Leser einen guten Überblick erhalten.
Auch in diesem Bereich liegt die Zukunft in maßgeschneiderten Papieren, die auf die jeweilige Bedürfnisstruktur des Kunden passgenau gefertigt werden. „Mass customization“ wird die Direktive der Zukunft. Sie liegt auch darin, in kleineren Stückelungen effiziente Instrumente zur nachhaltigen Zukunftsabsicherung zu entwickeln, die für Kunden transparent sind. Die Zukunft liegt aber auch in der klaren und deutlichen Information über Kosten und Risiken sowie der Reduktion der Komplexität.
Ein elementares Problem allerdings dürfte bleiben: Ein wirklich ethisch-nachhaltiges Investment gibt es nicht. Es gibt nur Annäherungen, bessere und schlechtere.
Weiterführender Link: www.derivateverband.de
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Lars Brandau ist Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbandes. In seinen Beiträgen findet der interessierte Anleger Anregungen, Trends und Diskussionspotential.
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