Berlin/Frankfurt am Main, 30.04.2008 10:23 Uhr (redaktion)
"Er wird es", sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag zu Reuters. Die Entscheidung sei in den vergangenen Tagen zwischen den Ressorts abgestimmt worden. Schröder führt noch die NRW.BANK in Düsseldorf.
13.05.2008
Offiziell soll die Verständigung laut "Financial Times Deutschland" voraussichtlich am Donnerstag mitgeteilt werden. Ausschlag habe das Votum von Kanzlerin Angela Merkel gegeben. Die KfW war in die Kritik geraten, weil die Mittelstandsbank IKB, deren Großaktionärin die KfW ist, sich mit riskanten Spekulationen am US-Markt in Schwierigkeiten gebracht hat.
Schröder sei aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit und seiner Erfahrung besonders geeignet für den Chefposten der KfW, hieß es in den Kreisen. Er war bereits Ende April in mehreren Medien als künftiger KfW-Chef genannt worden. Die Regierung hatte seinerzeit erklärt, es sei noch keine Entscheidung gefallen.
Auch der Deutschlandchef der Bank of America, Andreas Dombret, war als neuer KfW-Chef im Gespräch gewesen. Für ihn soll sich Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) stark gemacht haben. Der Chef des KfW-Verwaltungsrates, Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), dagegen soll schon länger für Schröder plädiert haben. Letztlich hat sich offenbar die Union mit ihrem Vorschlagsrecht für den KfW-Posten durchgesetzt.
Die Personalentscheidung steht an, weil KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier, eine Sozialdemokratin, Anfang April wegen der Krise um die IKB ihren Rücktritt erklärt hatte. Die KfW hatte den Großteil der rund 8,5 Milliarden Euro an Stützung tragen müssen, die für die notleidende IKB notwendig wurden. "Es sind diverse Personen schon mal angesprochen worden", erklärte Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba zum Auswahlverfahren für den neuen KfW-Chef. Ein Regierungssprecher hatte vor dem Pfingstwochenende einen Magazinbericht dementiert, Dombret werde neuer KfW-Chef. Er hatte aber von einer bald anstehenden Entscheidung gesprochen.
Eine wichtige Aufgabe des neuen KfW-Chefs wird der Verkauf der Mittelstandsbank IKB sein. Die Bieterfrist für Interessenten war am Montag abgelaufen. Nun steht die Auswahl der attraktivsten potenziellen Käufer an. Allerdings hatte Glos in einem Zeitungsinterview deutlich gemacht, dass noch offen ist, ob die Bank überhaupt kurzfristig verkauft wird. Auch im Finanzministerium hieß es: "Der Minister hat nicht zufällig angedeutet, dass die IKB nicht um jeden Preis verkauft wird. Man wird sich die erhärteten Angebote ansehen und dann in den zuständigen Gremien eine Entscheidung treffen."
Derzeit wird der KfW-Chefposten kommissarisch von Vorstandsmitglied Wolfang Kroh wahrgenommen. Matthäus-Maier wird im September das Führungsgremium ganz verlassen. Schröder ist seit Errichtung der NRW.Bank im August 2002 Vorstandsmitglied des nordrhein-westfälischen Förderinstituts, seit Anfang 2006 dessen Chef. Der 56-Jährige hatte von 1983 bis 2002 in verschiedenen Positionen bei der Düsseldorfer WestLB gearbeitet.
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30.04.2008
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm ist am Dienstag Medienberichten entgegengetreten, der Chef der nordrhein-westfälischen Förderbank NRW.Bank Ulrich Schröder solle neuer Chef der Staatsbank KfW werden.
"Das sind alles Spekulationen", sagte Wilhelm der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Entscheidung über die Besetzung der KfW-Chefpostens ist noch nicht gefallen", ergänzte er.
Mehrere Medien, darunter das "Handelsblatt", hatten berichtet, Schröder solle neuer Chef der staatlichen Förderbankgruppe KfW werden. Die Zeitung hatte sich auf Verwaltungsratskreise berufen. Danach genieße Schröder das Vertrauen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wie auch von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Glos ist derzeit Chef des KfW-Verwaltungsrates, Steinbrück sein Stellvertreter in diesem Amt. Dem "Handelsblatt" zufolge sei Schröder von der Union vorgeschlagen worden, werde aber auch von der SPD-Seite unterstützt.
KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier hatte kürzlich ihren Rücktritt vom Chefposten der staatlichen Förderbankgruppe erklärt. Aus dem Vorstand will sie im September ausscheiden. Ein wesentlicher Grund für ihren Schritt waren die Turbulenzen um die Mittelstandsbank IKB, deren Großaktionärin die KfW-Gruppe ist. Matthäus-Maier war insbesondere angelastet worden, mitten in den Unruhen um die IKB, die mit Milliardensummen gestützt werden musste, die Verlängerung ihres Vertrages als KfW-Chefin ins Gespräch gebracht zu haben.
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(ThomsonReuters)
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