Berlin, 09.05.2008 11:23 Uhr (redaktion)
Bankenverband legt umfassende Konzeption zur ökonomischen Bildung in Deutschland vor.
„Ökonomische Bildung ist Allgemeinbildung. Wirtschaftswissen ist unverzichtbar, um Jugendliche auf die Lebenspraxis vorzubereiten. Deshalb brauchen wir ein eigenständiges Schulfach Wirtschaft“, fordert Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes. Der Verband hat eine umfassende Konzeption zur ökonomischen Bildung in Auftrag gegeben, die heute in Berlin vorgestellt wird. Der Entwurf umfasst erstmals ein Rahmenwerk für alle Jahrgangstufen von der Grundschule bis zum Schulabschluss und kann grundsätzlich auf alle Schularten angewendet werden. „Will ökonomische Bildung Chancen eröffnen, so muss sie früh einsetzen. Denn nur wer als junger Mensch einen soliden Grundstock an Wirtschaftswissen erwirbt, kann später darauf aufbauen“, so Weber. Die Vermittlung von Wirtschaftskenntnissen könne in der Breite nur die Schule leisten. Denn nur dort bestehe die Chance, alle jungen Menschen zu erreichen.
„Mit dem Gutachten sollen Anstöße für die Weiterentwicklung der ökonomischen Bildung in Deutschland gegeben werden“, betont der Verfasser der Konzeption, Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Kaminski, Leiter des Instituts für Ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg. Es handele sich hierbei um Anregungen für die Gestaltung von Lehrplänen und einen Vorschlag für eine Gesamtkonzeption zur ökonomischen Bildung für die bundeslandspezifischen Weiterentwicklungen. Denn fundierte Bildung brauche eine sichere konzeptionelle Grundlage und eine feste Anzahl von Stunden im Fächerkanon.
„Das lässt sich jedoch nur mit qualifizierten Pädagogen erreichen. Daher sind entsprechende Studiengänge in der Lehrerausbildung dringend erforderlich“, so Weber. Folglich enthält das Gutachten auch Überlegungen zur Gestaltung eines Bachelor-/Masterstudienganges Ökonomische Bildung. „Die Qualifikation der Lehrer ist der entscheidende Ansatzpunkt für die Realisierung einer modernen, zukunftsorientierten ökonomischen Allgemeinbildung“, so Kaminski.
Lesen Sie hier auch das Interview zum Thema mit Prof.Dr. Manfred Weber
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