Die von den Unionsparteien vorgeschlagene Reform der Familienbesteuerung würde Gutverdiener deutlich stärker entlasten als einkommensschwache Familien. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
04.09.2013 10:53 Uhr
POLITISCHE PARTEIPROGRAMME

Familienbesteuerung: Entlastung beim Familiensplitting für Gutverdiener

Berlin, 04.09.2013 10:53 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Das Deut­sche Institut für Wirt­schafts­for­schung (DIW Berlin) sieht in der von CDU/CSU vorge­schla­genen Reform zur Fami­li­en­be­steue­rung eher Gewinner bei den besser­ver­die­nenden Bürgern.

Die Unionsparteien planen ihrem Wahlprogramm zufolge, das in Deutschland bestehende Ehegattensplitting zu erhalten und um ein Familiensplitting zu ergänzen. Dazu soll der Kinderfreibetrag von derzeit 7.008 Euro pro Jahr auf den Freibetrag für Erwachsene von 8.354 Euro pro Jahr angehoben und das Kindergeld um 35 Euro pro Jahr erhöht werden. Den Staat würde das mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr kosten. Die DIW-Experten Richard Ochmann und Katharina Wrohlich haben die Auswirkungen dieses „Familienrealsplittings“ auf die Einkommensverteilung mit Hilfe eines Mikrosimulationsmodells untersucht.

Durchschnittlich würde eine Familie in Deutschland durch die unter dem Stichwort „Familiensplitting“ präsentierte und jährlich mehr als sieben Milliarden Euro teure Reform rund 700 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung haben. In den höchsten Einkommensklassen steigt die Entlastung auf bis zu 840 Euro, bei den einkommensschwachen Familien sind es im Durchschnitt 300 Euro. In der untersten Einkommensklasse würden 60 Prozent der Familien gar nicht profitieren: Bei Empfängern von Transferleistungen wie dem Arbeitslosengeld II wird das Kindergeld verrechnet. Eine Erhöhung käme bei ihnen nicht an.

„Dem familienpolitischen Ziel der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie stünde diese Reform entgegen. Angesichts der hohen fiskalischen Kosten sollte erwogen werden, die Mittel lieber in eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu investieren“, so das Fazit der DIW-Experten. Auch das vielzitierte französische Modell ist den Forschern zufolge kein Vorbild für die Bundesrepublik: „Das deutsche System aus Kindergeld und Kinderfreibetrag ist heute bereits großzügiger als die Entlastung durch das französische Familiensplitting.“

Mehr zum Thema im DIW-Wochenbericht 36-2013 (Link zur pdf-Datei).

(Quelle: DIW Berlin)
(Artikelfoto: Lars Haberl / pixelio.de)

 

  • Politik
  • Einkommen
 
Artikel »   Drucken Versenden

 


Kommentar schreiben »



Kommentar:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an
      meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)

Bitte übertragen Sie die dargestellte Zeichenfolge in das rechte Feld:

* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.

 

Weitere Artikel zum Thema:

nach oben
(ots) Weitere Nachrichten aus der Politik
    Finanz-x-press
    Abonnieren Sie den Finanzen Markt & Meinungen Newsletter:
     

    Aktuelle Entwicklungen aus der Politik
    EU-Dienstleistung für den Mittelstand
    "Europa für Sie, die Chance für Ihr Unternehmen" -ein Internetportal um Geschäftsmöglichkeiten in einem anderen EU-Mitgliedstaat zu suchen.

    » Hier erfahren sie mehr...

     
    Finanzen Markt & Meinungen - Das Praxismagazin für Finanzthemen
    Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

    Portalsystem 2018 © FSMedienberatung
    Contentservice: Javascript Newsticker für Ihre Internetseite RSS Feed XML 0.9
    0,41 Sek.