Der Leitindex DAX ist aktuell unterbewertet und Anleger können zudem sowohl im TecDAX als auch im MDAX langfristig mit Aktien Geld verdienen. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
24.08.2018 15:52 Uhr
SIEMENS & CO AKTIE IM DAX

Robert Halver Anleger Trends | Leitindex DAX mit Nachholpotenzial

FrankfurtMain/München, 24.08.2018 15:52 Uhr (Robert Halver)

Der deut­sche Aktien-Leit­index DAX hinkt durch Schwer­ge­wichte mit Auto-, Bank-und Versor­ge­rak­tien und einer grund­sätz­lich akti­e­nun­freund­li­chen Politik seinem Poten­zial hinterher.

Informationen zum Autor:
Halver Robert
Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. Bereits seit 2012 berichtet er auf FMM-Magazin.de über die Geschehnisse an den Börsen. Baader betreut an den Börsenplätzen Frankfurt, München, Stuttgart, Düsseldorf und Berlin u.a. den Handel mit Aktien, Anleihen, Derivaten und Fonds.

Vorab: Aktuell sind deutsche Aktien gemäß Kurs-Gewinn-Verhältnis so günstig bewertet wie zuletzt Anfang 2016, vor allem gegenüber Titeln aus Amerika oder der Eurozone. Das verleiht ihnen Nachholpotenzial, sobald der Handelsstreit an Bedeutung verliert.

Branchen ziehen DAX runter

Für den DAX als Aushängeschild deutscher Aktien kommen erschwerend hausgemachte Probleme hinzu. Autowerte spüren anhaltend den Dieselabgasskandal und das zu späte Eintreten in das Zeitalter innovativer Antriebstechniken abseits von Verbrennungsmotoren. Zudem unterstreicht die bereits zweite Gewinnwarnung des Autozulieferers Continental in diesem Jahr die aktuelle Abkühlung der globalen Automobilnachfrage, sicher auch wegen handelspolitischen Stimmungseintrübungen.

Trotz Aktienerholung hat sich die Ertragslage der Versorger seit der Energiewende eingetrübt, was sich in vergleichsweise Diätösen Dividendenzahlungen niederschlägt. Den Banken fehlt es an belastbaren Alternativstrategien und zusätzlich leiden sie unter einer strammen Regulierung.

Baader Bank Aktien Kurs Gewinn Verhältnis

Politik bremst Finanzstandort aus

Sicherlich ist auch die politische Vernachlässigung des deutschen Finanzstandorts kein Ruhmesblatt. Berlin nimmt sich kein Beispiel am französischen Staatspräsidenten, der alles aufbietet, um Brexit-bedingt abwanderungsbereiten britischen Banken den französischen Finanzplatz als Alternative schmackhaft zu machen. Und dabei gilt Macron doch bei der deutschen politischen Elite als Meisterwerk eines europäischen Vorzeigepolitikers. Allerdings stelle man sich vor, welcher bösartigen Kritik sich ein deutscher Regierungschef aussetzen müsste, der in seinen früheren Jahren ein erfolgreicher Investmentbanker gewesen wäre. Wie auch immer, wenn Deutschland eine starke Volkswirtschaft bleiben will, ist auch ein starker deutscher Finanzplatz notwendig.

Nicht zuletzt herrscht Katerstimmung bei Bayer wegen der durch die Übernahme von Monsanto drohenden Klagewelle mit unkalkulierbar hohem Schadenspotenzial.

Spannende Aktien bei MDAX und TecDAX

TecDAX Index Entwicklung

Während der Kapitalabzug vor allem Standardtitel aus dem DAX betrifft, geraten dagegen die deutschen Mittelstandsindizes als Sammelbecken der „Old Economy“, also konjunkturzyklischer Aktien immer mehr in den internationalen Anlegerfokus.

Zahlreiche mittelständische Werte besetzen mit ihren spezialisierten Qualitätsprodukten, Industriepatenten und einer effizienten Kostenstruktur die Position als Weltmarktführer auch in zahlreichen Nischenmärkten.

Das gilt auch für Technologietitel aus dem TecDAX. Beispiel Börsendebütant Siemens Healthineers. Mit einer Marktkapitalisierung von 38,07 Mrd. EUR ist das Unternehmen mit Abstand das Schwergewicht im TecDAX. Zum Vergleich, auf Platz zwei befindet sich Wirecard mit einer Market Cap von "nur" 22,85 Mrd. EUR. Aktuell schieben sich die Anteilsscheine der Siemens Medizinsparte auf hohem Niveau seitwärts, allerdings könnten bald die Bullen wieder Gas geben.

FAZIT: Die deutsche Aktienkultur ist gerade wegen der Industriegüterkultur lebendig, auch wenn sie im Standardindex immer weniger Platz findet. Von einer Verschmähung deutscher Aktien kann jedoch keine Rede sein. Und überhaupt, solange die Weltwirtschaft trotz Handelsstreit wächst, kommt man an deutschen Aktien nicht vorbei. Davon zeugt auch der anhaltend hohe Leistungsbilanzüberschuss, der auch ein Leistungsausweis der deutschen Wirtschaft ist.

Der Autor dieses Artikels ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. Über mögliche Interessenkonflikte und rechtliche Hinweise informieren Sie sich bitte im Disclaimer auf http://www.bondboard.de/Newsletter/Disclaimer.

 

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