Beim Comprehensive Assessment arbeiten die nationalen Aufsichtsbehörden der Eurozone und die EZB eng zusammen. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
23.10.2013 11:31 Uhr
BANKENUNION IN EUROPA

Zentrale Bankenaufsicht: EZB beginnt mit der Prüfung von 124 Bankengruppen

Straßburg/FrankfurtMain, 23.10.2013 11:31 Uhr (FS)

Jetzt wird den Banken auf den Zahn gefühlt. Die vom EU-Parla­ment im September diesen Jahres beschlos­sene zentrale Banken­auf­sicht beginnt. Bundes­bank und BaFin haben nun erste Details eines gemein­samen Aufsichts­me­cha­nismus veröf­fent­licht. Es werden 124 euro­päi­sche Banken­gruppen, darunter 24 deut­sche (u.a. Deut­sche Bank AG, Commerz­bank AG, Aareal Bank AG) einem Compre­hen­sive Assess­ment (umfas­sende Bewer­tung) unter­zogen.

Ein Bestandteil der Bankenunion ist die zentrale Aufsicht relevanter Banken in der EU. Die EU-Politiker sind der Meinung, dass nationale Kontrollen mögliche Schieflagen von Banken nicht frühzeitig erkennen. Genossenschaftsbanken und Sparkassen fallen im Übrigen nicht unter einer zentralen Aufsicht. Zum Oberaufseher wurde die EZB ausgewählt.

Diese Prüfung soll vor Beginn des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus, Single Supervisory Mechanism (SSM) genannt, im November 2014 abgeschlossen sein. Gemessen an der Bilanzsumme deckt das "Comprehensive Assessment" damit rund 65 Prozent des deutschen Bankensektors ab. Als Zielkapital für die Bilanzprüfung, die Teil des "Comprehensive Assessment" sein wird, hat die EZB eine Mindestquote von 8 Prozent Core-Tier-1-Kapital festgelegt. Dabei werden die ab 1. Januar 2014 geltenden Übergangsregeln berücksichtigt.

Durch die Bewertung sollen vor allem drei Ziele – Transparenz, Korrekturen und Vertrauensbildung – erreicht werden: Transparenz durch die Verbesserung der Qualität der verfügbaren Informationen zur Situation der Banken, Korrekturen durch Ermittlung und Umsetzung gegebenenfalls notwendiger Korrekturmaßnahmen und Vertrauensbildung, da sich alle Interessenträger gewiss sein können, dass die Banken grundlegend solide und vertrauenswürdig sind.

Diese Banken werden geprüft:
Aareal Bank AG, Bayerische Landesbank, Commerzbank Aktiengesellschaft, DekaBank Deutsche Girozentrale, Deutsche Apotheker- und Ärztebank EG, Deutsche Bank Aktiengesellschaft, DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main, HASPA Finanzholding, HSH Nordbank AG, Hypo Real Estate Holding AG, IKB Deutsche Industriebank Aktiengesellschaft, KfW Ipex Bank GmbH, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Berlin Holding AG, Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Landeskreditbank Baden-Württemberg - Förderbank -, Landwirtschaftliche Rentenbank, Münchener Hypothekenbank eG, Norddeutsche Landesbank -Girozentrale-, NRW.Bank, SEB AG, Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft, WGZ Bank AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank, Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) (Holding of Wüstenrot Bank Aktiengesellschaft Pfandbriefbank and Wüstenrot Bausparkasse Aktiengesellschaft).

Die Prüfung besteht aus drei Elementen:

Erstens einer Risikoprüfung (Risk Assessment).Sie ist vergleichbar mit dem bankaufsichtlichen Überprüfungsprozess in Deutschland und erstreckt sich auf alle wesentlichen Bankrisiken.

Der zweite Schritt ist eine Bilanzprüfung (Balance Sheet Assessment), bei der es vor allem um die Qualität der wesentlichen Aktiva und deren Bewertung geht. Sie umfasst aber auch die Bewertung von Kreditsicherheiten und die Angemessenheit der Risikovorsorge der Banken.

Als drittes Element folgt in Abstimmung mit der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA (European Banking Authority) ein zukunftsgerichteter Stresstest, der die Widerstandsfähigkeit der Banken unter verschärften Umfeldbedingungen untersucht. Im November 2014 soll ein Gesamtergebnis aller Prüfungselemente veröffentlicht werden.

Für Interessierte stehen weitere Informationen in englischer Sprache als pdf-Datei auf der Internetseite der EZB bereit.

(Quelle: Deutsche Bundesbank/BaFin)

 

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