Athen und EU: Die Temperatur der Beziehungen am Gefrierpunkt
FrankfurtMain/München, 19.03.2015 13:21 Uhr (Klaus Stopp)
Dass Griechenlands Premier Alexis Tsipras für kommenden Montag nach Berlin eingeladen wurde, liegt nicht daran, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessert haben. Im Gegenteil, es liegt daran, dass sie sich massiv verschlechtert haben.

Die Temperatur der Beziehungen ist mittlerweile am Gefrierpunkt angelangt. Athens neue Regierung hatte seit ihrer Wahl massiv gegen die deutsche Regierung gestänkert, was sich in den vergangenen Tagen nochmals gesteigert hatte.
Besonders hervorgetan haben sich dabei Finanzminister Yianis Varoufakis und Verteidigungsminister Panos Kammenos. Nicht umsonst hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble Anfang der Woche davon gesprochen, Athen habe das Vertrauen der europäischen Partner zerstört. Mit der Einladung an Tsipras macht Kanzlerin Angela Merkel die Schadensbegrenzung zur Chefsache – in der Hoffnung, endlich zu einem normalen Umgangston zurückkehren zu können.
Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras trifft EU-Führung
Gleichzeitig dringt Tsipras im Schuldenstreit mit den europäischen Geldgebern auf eine Lösung auf EU-Spitzenebene. So wird es am Rande des am heutigen Donnerstag beginnenden Brüsseler Gipfel ein Fünfer-Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande, dem Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker geben. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, auf dem EU-Gipfel genauso wie bei dem folgenden Treffen mit Tsipras in Berlin den Streit mit der Regierung in Athen zu deeskalieren. Merkel spricht sogar von einer Pflicht der Bundesrepublik, im Schuldenstreit zwischen Griechenland und den Staaten der Eurozone vermitteln zu müssen.
Indessen werden die Stimmen, die einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion befürworten, wieder lauter.
Sowohl EU-Währungskommissar Pierre Moscovici als auch Bundesfinanzminister Schäuble schließen einen solchen „Grexit“ nicht mehr aus. Man werde Griechenland nicht zu jedem Preis in der Euro-Zone halten, sondern zu strikten Bedingungen, die für beide Seiten akzeptabel seien, sagte Moscovici der „Welt". Allerdings würde ein Austritt Griechenlands der Euro-Zone auch „großen Schaden" zufügen, meinte er und stellte Athen ein Entgegenkommen in Aussicht, sollte sich die Regierung kooperationsbereit zeigen.
Ein mögliches drittes Rettungspaket müsse anders aussehen als seine Vorgänger. Also auch von Seiten des EU-Währungskommissars wird hier zwischen den Zeilen der griechischen Regierung im Grunde die Hand gereicht. Die muss Athen freilich noch annehmen – ganz ohne den „Stinkefinger“ auszufahren.
Am Rentenmarkt dümpeln griechische Staatsanleihen indessen etwas über dem Pegel ihrer Zwölfmonatstiefs vor sich hin. So notiert ein bis 7/2017 laufender Titel (WKN: A1ZL72) bei rund 70,00 Prozent, nachdem am gestrigen Mittwoch mit 69,245 Prozent ein neues Ein-Jahrestief erreicht wurde. Auch eine länger laufende Step-up-Anleihe (A1G1UC), die 2/2025 fällig wird, liegt mit ca. 55,00 Prozent über ihrem Zwölfmonatstief von 52,50 Prozent (19.2.).
Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de
Disclaimer
Die hier wiedergegebenen Informationen wurden von uns sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.
Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie, für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für dessen zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.
Durch das Bereitstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument "Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft" das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.
Für alle Hyperlinks gilt: Die Baader Bank erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Daher distanziert sich die Baader Bank von den Inhalten der verlinkten Seiten und macht sich deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt oder verborgen, und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen.
Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltener weiteren Links übernehmen.
Copyright ©: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.
Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann.

Griechenland Euro
* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.
- BaFin ordnet Moratorium bei der North Channel Bank an
- Notenbank crasht Aktien | Anlegerprofis kaufen jetzt und machen Rendite
- Finanzen News | Robert Halver Analyse zum Aktienmarkt
- Robert Halver Aktienmarkt Analyse und Charttechnik DAX
- Investment Themen | Perspektiven für Börsen und Aktien in 2022

Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.
Portalsystem 2025 © FSMedienberatung