Derivatekolumne Lars Brandau: Anleger oder Day-Trader
Frankfurt/Main, 18.11.2014 12:16 Uhr (Lars Brandau)
Was unterscheidet den beratungsaffinen Kleinanleger vom ambitionierten Trader? Die Antwort findet sich schnell, wenn man sich Risikobereitschaft und Anlagehorizont der jeweiligen Investoren anschaut.

Für denjenigen, der mehrfach am Tag handelt und schnell in Produkte investiert, aber sie auch kurze Zeit später wieder verkauft, ist die quasi ununterbrochene Beobachtung der Märkte unerlässlich. Mangelnde Aufmerksamkeit kann für einen solchen Trader schnell sehr teuer werden. Aufgrund des erhöhten Risikos muss er seine Positionen folglich ständig beobachten.
Bei Kunden, die sich für eine mittel- bis langfristige Anlage entscheiden, ist das anders. Sie wollen meist keine größeren Risiken auf sich nehmen und sind mehr am Erhalt ihres Vermögens mit der Option auf ein leichtes Plus aus. Diese Anleger sind meist gut beraten, zwar ab und an mal einen Blick in ihr Depot zu werfen, aber keinesfalls ununterbrochen die Gewinn- und Verlustsituation zu analysieren und zu hinterfragen. Denn bestenfalls ist ihnen bewusst, dass das ohnehin lediglich den hausgemachten psychologischen Druck erhöht und nicht zwingend zu rationalen Entscheidungen führt.
Der DDV wollte in seiner Trend-Umfrage im November wissen, wie häufig Zertifikateanleger die Wertentwicklung ihres Zertifikates überprüfen. Die Ergebnisse weisen relativ klar auf eine mindestens zweigeteilte Anlegergemeinde hin.
Drei von vier Privatanlegern in Deutschland beobachten täglich die Wertentwicklung der Zertifikate in ihrem Depot. 12 Prozent der Befragten verfolgen wöchentlich die Gewinne oder Verluste ihrer strukturierten Wertpapiere. 4 Prozent werfen monatlich einen Blick in ihr Depot. Knapp 2 Prozent überprüfen ihr Zertifikateportfolio jährlich und 6 Prozent kontrollieren es erst am Laufzeitende.
Immerhin nahmen an der Umfrage, die gemeinsam mit mehreren großen Finanzportalen durchgeführt wurde, mehr als 4.100 Personen teil. Dabei handelt es sich in der Regel um gut informierte Anleger, die als Selbstentscheider ohne Berater investieren.
Die Ergebnisse untermauern im Grunde genommen die anfangs beschriebenen Unterschiede zwischen den privaten Investoren. Klar ist einmal mehr geworden, dass es den einen Typus Anleger nicht geben kann. Jeder Investor verfolgt andere Ziele und hat jeweils eigene Chance-Risiko-Allokationen, die er zu Grunde legt.
Je langfristiger der Anlagehorizont eines Privatanlegers ist, desto seltener sollte er sein Depot beobachten und sich stattdessen an seine Anlagestrategie halten. Wer gerade bei Langfristanlagen sehr häufig sein Depot überprüft, der sollte sich des psychologischen Drucks bewusst sein, den er sich dadurch selbst macht. In jedem gut diversifizierten Depot wird es immer einzelne Anlagen geben, die zurückbleiben oder sogar im Wert fallen.

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