Wer sein Geld trotz Niedrigzinsphase sinnvoll anlegen will, der sollte sich Investmentfonds näher anschauen. Hier kommen 10 Tipps rund um das Thema Fonds. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
03.06.2015 09:31 Uhr
GELDANLAGE MIT FONDS

Finanzwissen: Tipps für die Geldanlage in Investmentfonds

Berlin/Düsseldorf, 03.06.2015 09:31 Uhr (Frank Schulz)

Der Banken­ver­band hat seine 10 Tipps für die Anlage in Invest­ment­fonds veröf­fent­licht. Wie bei jeder Geld­an­lage gibt es auch beim Finanz­thema Fonds einiges zu beachten.

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

Hier kommen die zehn Grundregeln zum Fondssparen.

1. Im Gegensatz zum Sparbuch fallen bei Investmentfonds Kosten an, worauf der Anleger achten sollte. Dazu gehört insbesondere die regelmäßige Verwaltungsvergütung für das Fondsmanagement (oft etwa 1 bis 1,5 Prozent jährlich) sowie manchmal noch eine erfolgsabhängige Verwaltungsgebühr. In der ausgewiesenen Wertentwicklung der Fonds sind diese Kosten berücksichtigt. Hinzu kommt oft ein einmaliger Ausgabeaufschlag beim Kauf von Fondsanteilen, der bis zu ca. sechs Prozent des Anteilwertes ausmachen kann.

2. Fondssparer müssen Wertschwankungen aushalten können. Das ist der Preis für höhere Renditechancen, die Investmentfonds auf längere Sicht bieten. Starke Schwankungen kann es zum Beispiel bei Aktienfonds geben, hier winken aber auch langfristig über-durchschnittliche Renditechancen.

3. Aufgrund von Kursschwankungen ist für Fondssparen ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont ein Muss. Das Risiko von Verlusten sinkt beim Fondssparen erfahrungsgemäß mit der Anlagedauer. Denn starke Kursschwankungen werden durch die regelmäßige Anlage eines gleichbleibenden Geldbetrags ausgeglichen. Aufgrund von Kosten und Wertschwankungen bei Fonds bleiben Tagesgeld- und Sparkonten für die notwendige kurzfristige Liquidität wichtig. Für den „Notgroschen“ sollte nicht nur der Zins im Vordergrund stehen, sondern auch Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit.

4. Für einen allmählichen Vermögensaufbau sind Fonds-Sparpläne sinnvoll. Auch mit kleinen Beträgen kann der Anleger sein Vermögen kontinuierlich aufbauen. Außerdem bieten Fondssparpläne dem Anleger hohe Flexibilität, denn er kann häufig die Sparrate verändern oder aussetzen, jederzeit die bereits erworbenen Fondsanteile veräußern und muss sich nicht an eine bestimmte Laufzeit halten.

5. Bei offenen Immobilienfonds müssen Anleger eine zweijährige Mindesthaltefrist und eine einjährige Kündigungsfrist beachten, wenn sie Fondsanteile verkaufen möchten. Von offenen Immobilienfonds abgesehen gilt dagegen der Grundsatz: Anleger können Investmentfondsanteile jederzeit, ohne Kündigungsfristen, zum aktuellen Rücknahmepreis veräußern. Dabei fallen in der Regel keine Kosten an.

6. Stark im Kommen sind Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds), die an der Börse gehandelt werden. Da sie einen Index wie zum Beispiel den Dax nachbilden und dafür kein „aktives“ Fondsmanagement nötig ist, sind die Verwaltungsvergütungen deutlich niedriger als bei herkömmlichen Fonds. Außerdem fällt kein Ausgabeaufschlag an. Da ETFs über die Börse ge- bzw. verkauft werden, entstehen jedoch Transaktionskosten.

TIPP: Was sind ETFs?

7. Welcher Fonds ist der beste? Das weiß man immer erst im Nachhinein. Die Erfahrung zeigt: Die höchsten Renditechancen bieten langfristig Aktienfonds. Wer zum Beispiel vor 20 Jahren einen Sparplan mit Aktienfonds Deutschland einrichtete und bis heute durchhielt, konnte im Schnitt über sieben Prozent Rendite jährlich erzielen. Dabei sind alle Kosten berücksichtigt.

8. „Riestern“ ist auch mit Fonds möglich. Wer seine Altersvorsorge langfristig betreibt, kann mit fondsgebundenen Riester-Produkten hohe Renditechancen nutzen. Wie generell bei Riesterverträgen gilt: Kosten beachten. Wichtig zu wissen: Bei Riesterfondssparplänen liegt das angelegte Vermögen fest, eine zwischenzeitliche Veräußerung der erworbenen Fondsanteile ist nicht möglich.

9. Streng zu unterscheiden von „offenen“ Investmentfonds sind „geschlossene“ Fonds. Letztere sind unternehmerische Beteiligungen, zum Beispiel in Flugzeuge, Schiffe oder Immobilien. Wenn alle Anteile verkauft sind, werden diese Fonds „geschlossen“.

 

Anleger sind bei geschlossenen Fonds grundsätzlich an die Laufzeit gebunden und haben keinen Anspruch auf Rücknahme ihrer Fondsanteile.


 

10. Die Anlageregel „breit streuen“ gilt auch für Fondssparer. So sollten größere Beträge in der Regel auf verschiedene Fonds und Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien verteilt werden. Vor- und Nachteile einzelner Fonds sowie die Frage, welche Fonds am besten zu meinem persönlichen Anlageprofil passen, lassen sich im Gespräch mit einem Berater des Vertrauens klären.

(Quelle: Bundesverband deutscher Banken, Berlin)

Veröffentlichungen und Mitteilungen über Finanzprodukte und Kapitalmarktanalysen dienen der Informationsgebung, entweder durch Dritte oder durch eigene Beschreibungen. Die hier aufgeführten Äußerungen, Analysen und Produktbewertungen sind ausschließlich Meinungen und Ansichten des Herausgebers bzw. Produktgebers. FMM-Magazin.de führt keine Finanzberatung durch, ruft nicht zum Erwerb oder zum Verkauf von Anlageprodukten oder Wertpapieren auf. Interessierte Anleger sollten sich grundsätzlich Emissions-/Produktprospekte genau anschauen. Die Aufsichtsbehörde für das Versicherungs- und Finanzwesen ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn.

 

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