Thema Vorsorge: Immobilien schützen vor Altersarmut
Düsseldorf, 09.04.2015 11:10 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
In den Medien wird viel über die Armut im Alter diskutiert. Doch ist der Bedarf an Grundsicherung wirklich so hoch? Neue Berechnungen differenzieren das Bild der Vorsorge im Alter.
Laut Deutschen Institut der Wirtschaft (DIW Berlin) verfügten die Bürger im Jahr 2012 ab 17 Jahren insgesamt über ein Bruttovermögen (ohne Fahrzeuge und Hausrat) im Wert von 7,4 Billionen Euro. Dem standen Schulden in Höhe von 1,1 Billionen Euro gegenüber.
Den größten Teil des Vermögens macht mit 5,1 Billionen Euro der Grund- und Immobilienbesitz aus.
Eine interessante Berechnung hat nun das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) vorgenommen. Wie sieht es mit der Vorsorge im Alter den wirklich aus?
Hierzu die Erkenntnisse des IW Köln: Eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts scheint zu erklären, warum die Angst vor Altersarmut weit verbreitet ist: Im Jahr 2013 galten im Westen Deutschlands 14,8 Prozent aller 65-jährigen und älteren Bürger als armutsgefährdet. Für die gesamte Bevölkerung in Westdeutschland lag der Wert bei 14,4 Prozent. Etwas besser schneiden die Älteren in den neuen Bundesländern ab. Dort sind nur knapp 13 Prozent der Senioren armutsgefährdet. Von Armutsgefährdung spricht man, wenn jemand weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens zur Verfügung hat.
Diese Statistik hat jedoch den Haken, dass sie nur die laufenden Einkünfte berücksichtigt – Vermögen bleiben außen vor. Das erklärt, warum die Armutsgefährdungsquote relativ hoch ausfällt, während die Grundsicherung im Alter – quasi die Sozialhilfe – unterdurchschnittlich oft beansprucht wird.
Immobilienvermögen schützt vor Altersarmut
Im Jahr 2013 waren 9,1 Prozent der Gesamtbevölkerung auf Grundsicherungsleistungen angewiesen, in der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren dagegen nur 3 Prozent.
Grundsicherung erhält ein Ruheständler erst, wenn sein eigenes Einkommen und das seines unterhaltspflichtigen Partners zu gering sind und zusätzlich sein Vermögen bis auf den gesetzlich festgelegten Schonbetrag aufgezehrt ist.
Kurz vor der Rente hat jeder Deutsche ein durchschnittliches Vermögen von fast 125.000 Euro – nach Abzug von Hypotheken und Krediten.
Mit Beginn der Rente nimmt das Nettovermögen dann sogar noch zu, zum Beispiel, weil Lebensversicherungen ausgezahlt werden, bevor die Senioren dann ans Eingemachte gehen (Grafik). Das legt den Schluss nahe, dass die Alterseinkommen – also die gesetzliche Rente sowie die betriebliche und private Absicherung – in den meisten Fällen ausreichen, um die alltäglichen Ausgaben zu bestreiten.
Selbst im hohen Alter beträgt das Vermögen im Schnitt noch mehr als 100.000 Euro pro Person. Statistisch nicht erfasst wird allerdings, wofür die Reserven angetastet werden. Vermutlich erfüllt sich mancher Silver-Ager einen langersehnten Reisewunsch oder die Rentner bauen die eigenen vier Wände für den Pflegefall um. Genauso gut ist es aber auch möglich, dass fürsorgende Großeltern die Ausbildung ihrer Enkel unterstützen.
(Quelle: IW Köln)

Vorsorge Finanzen
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