Unternehmensberater Michael Schwartz auf FMM-Magazin: Worauf Führungskräfte beim Führen von selbstbewussten Mitarbeitern achten sollten. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
07.01.2015 22:33 Uhr
PERSONALFÜHRUNG

Coaching für Führungskräfte: Der Umgang mit selbstbewussten Mitarbeitern

Stuttgart, 07.01.2015 22:33 Uhr (Gastautor)

Selbst­be­wusste, weil fach­lich kompe­tente Mitar­beiter haben meist höhere Erwar­tungen an ihre Führungs­kräfte als reine Befehls­emp­fänger. Dafür lassen sich mit ihnen anspruchs­vol­lere Ziele errei­chen. 16 Tipps, worauf Sie als Führungs­kraft beim Führen von selbst­be­wussten Mitar­bei­tern achten sollten.

Tipp 1: Freuen Sie sich, dass Sie aufgrund ihrer Fachkompetenz und Erfahrung selbstbewusste Mitarbeiter haben. Denn nur mit solchen Mitarbeitern können Sie anspruchsvolle Ziele erreichen. Und nur solche Mitarbeiter gehen neue Herausforderungen beherzt an.

Tipp 2: Freuen Sie sich, dass Ihre Mitarbeiter regelmäßig nach mehr Infos fragen und Entscheidungen von Ihnen hinterfragen. Denn dies zeigt: Sie denken mit und sind bereit, sich für das Erreichen der Ziele zu engagieren – sofern Sie oder die Rahmenbedingungen sie nicht demotivieren.

Tipp 3: Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über die übergeordneten Ziele, die es bei der Arbeit Ihres Bereichs zu erreichen gilt. Denn nur dann können Ihre Mitarbeiter einschätzen, wie sie vorgehen oder sich verhalten sollten, um ihren Beitrag zum Erreichen der Ziele zu leisten.

Tipp 4: Geben Sie Ihren Mitarbeitern die nötigen Hintergrundinfos und gestehen Sie ihnen die erforderlichen Entscheidungs- und Handlungsspielräume zu, die sie zu einem weitgehend selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten brauchen.

Tipp 5: Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern (Zwischen-)Ziele, die es bei ihrer Arbeit zu erreichen gilt. Lassen Sie ihnen aber weitgehend freie Hand bei der Entscheidung, wie sie diese Ziele erreichen und welche Wege sie hierfür wählen.

Tipp 6: Fragen Sie Ihre Mitarbeitern, was ihnen bei der (Zusammen-)Arbeit wichtig ist. Berücksichtigen Sie ihre individuellen Interessen, soweit möglich, bei der Arbeitsplanung und -gestaltung. Denn nur dann können sich ihre Mitarbeiter dauerhaft mit ihrer Arbeit und dem Unternehmen identifizieren und steht Ihre Arbeitsbeziehung auf einem soliden Fundament.

Tipp 7: Geben Sie Ihren Mitarbeitern regelmäßig ein Feedback zu ihrer Arbeit. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter außerdem regelmäßig um ein Feedback zu Ihrem (Führungs-)Verhalten. Erwarten Sie nicht nur von Ihren Mitarbeitern, dass sie bei Bedarf ihr Verhalten ändern, sondern zeigen Sie ihnen, dass auch Sie lernfähig und veränderungsbereit sind.

Tipp 8: Erachten Sie es nicht als selbstverständlich, dass Ihre Mitarbeiter sich mit ihrer Arbeit und dem Unternehmen identifizieren und sich für das Erreichen der Ziele engagieren. Sprechen Sie ihnen auch hierfür Anerkennung aus.

Tipp 9: Ihre Leistung als Führungskraft wird von Ihren Vorgesetzten an der Leistung Ihrer Mitarbeiter gemessen. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter auch deshalb dabei, Ihre Fähigkeiten voll zu entfalten und Top-Leistungen zu erbringen.

Tipp 10: Würdigen Sie außer im Gespräch mit Ihren Mitarbeitern auch im Gespräch mit deren Kollegen und Ihren Vorgesetzten immer wieder den Beitrag, den Ihre Mitarbeiter zum Erreichen der Ziele leisten. Tun Sie nicht so, als hätten Sie die (Team-)Leistung allein erbracht.

Tipp 11: Pflegen Sie mit Ihren Mitarbeitern einen wertschätzenden Umgang. Zeigen Sie Ihnen, dass Sie sie auch als Mensch wahrnehmen – mit eigenen Wünschen, Vorlieben und Interessen.

Tipp 12: Scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf Ihre Mitarbeiter auch mal mit Anweisungen zu führen. Gute Mitarbeiter akzeptieren das nicht nur, sie erwarten dies sogar, wenn es nötig ist – zum Beispiel, wenn es im Betriebsalltag mal klemmt oder brennt.

Tipp 13: Begegnen Sie Ihren Mitarbeiter als Mensch. Scheuen Sie sich nicht, wenn Sie mal schlecht gelaunt, gestresst oder verärgert sind, dies kontrolliert zu zeigen. Ihre Mitarbeiter haben hierfür nicht nur Verständnis, sie wollen sogar, dass ihr „Chef“ auch als Mensch fassbar ist.

Tipp 14: Haben Sie jedoch die Größe, nach einem unangemessenen Verhalten von Ihnen auch mal ehrlich „Tut mir leid“ zu sagen. Dann verzeihen Ihnen Ihre Mitarbeiter sogar grobe Fehler.

Tipp 15: Haben Sie den Mut, Mitarbeiter unter vier Augen auch mal zu „kritisieren“ beziehungsweise ihnen ein negatives Feedback zu geben. Gute Mitarbeiter akzeptieren das, sofern Sie hierfür die richtigen Worte wählen und Ihre Beziehung stimmt; insbesondere, wenn auch Sie für Kritik von ihnen offen sind.

Tipp 16: Genießen Sie es, dass Ihre Mitarbeiter selbstbewusste Personen sind, die sehr selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten – selbst wenn sie im Arbeitsalltag zuweilen (scheinbar) schwierig zu führen sind; unter anderem, weil sie höhere Erwartungen an Sie als Führungskraft als „reine Befehlsempfänger“ haben. Dafür entsteht in der Zusammenarbeit mit ihnen ein ganz anderer Work-flow und lassen sich mit ihnen anspruchsvollere Ziele erreichen. Außerdem entlasten solche Mitarbeiter Sie als Führungskraft. Denn Sie müssen ihnen weder jeden Handgriff vorgeben, noch jeden ihrer Handgriffe kontrollieren. Das macht sie zu weit wertvolleren Mitarbeitern als reine „Befehlsempfänger“, die Sie an der kurzen Leine führen müssen. Das sollten sie in der Zusammenarbeit mit Ihnen spüren.


Zum Autor:
Michael Schwartz leitet das Institut für integrale Lebens- und Arbeitspraxis (ilea), Esslingen bei Stuttgart. Der Diplom-Physiker arbeitete vor seiner Beratertätigkeit fast zwei Jahrzehnte als Führungskraft sowie Projektmanager in der (Software-)Industrie.

 

Weiterführender Link: Institut für integrale Lebens- und Arbeitspraxis


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