Mehr als jeder vierte Deutsche ist Kunde bei zwei Banken. Jeder siebte hat sogar Giro- oder Kreditkartenkonten bei drei oder mehr Instituten. Das hat durchaus negative Auswirkungen auf die Bonität und auf das Scoring. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
24.07.2008 08:55 Uhr
GELDGESCHÄFTE UND BANKEN

Studie belegt - geringere Bonität bei zu vielen Konten

Hamburg, 24.07.2008 08:55 Uhr (redaktion)

Mehr als jeder vierte Deut­sche ist Kunde bei zwei Banken. Jeder siebte hat sogar Giro-oder Kredit­kar­ten­konten bei drei oder mehr Insti­tuten. Das hat durchaus nega­tive Auswir­kungen auf die Bonität und auf das Scoring.

Die Kreditinstitute verstärken diesen Trend durch günstige Angebote und Kooperationen mit dem Handel in Verbindung mit immer einfacheren Prozessen beim Beantragen von Konto und Karte. 30 Prozent der Kreditinstitute planen zudem bis zum Jahr 2010 zusätzliche Investitionen in Bonus- und Rabattsysteme. Das ergibt der Branchenkompass Kreditinstitute von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Allerdings rechnet sich das gebuchte Startguthaben oder der geschenkte Einkaufsgutschein in bestimmten Situationen nicht. Der Grund: Zu viele Bankkonten oder Kreditkarten wirken sich negativ auf die Kreditwürdigkeit aus.

Die Zahl der Kontoverbindungen wird weiter zunehmen. Hierfür sorgen eine steigende Anzahl von Händlern mit eigenen Kreditkartenangeboten sowie die Rabattstrategien der Banken. Boni und Rabatte gehören inzwischen zu den wichtigsten Instrumenten der Institute, um im Wettbewerb um den Privatkunden mithalten zu können. Durch Gratisgirokonten und kostenlose Kreditkarten steigt allerdings auch die Verlockung für die Kunden, nicht nur die traditionelle Hausbankverbindung zu halten, sondern eine Vielzahl von Konto- oder Kartenverbindungen gleichzeitig aufzubauen beziehungsweise diese häufig zu wechseln.

Wer mehrere Kreditkarten besitzt, vergrößert effektiv seinen Kreditrahmen, nicht aber seine Kreditwürdigkeit. Im Gegenteil: Der mögliche zusätzliche finanzielle Spielraum kann schnell zu einer Verschlechterung der Kreditwürdigkeit bei den Rating-Agenturen führen. Agenturen wie die Schufa, Creditreform oder Bürgel berücksichtigen jede relevante Veränderung beim Kunden, die sich auf die Bonität auswirken könnte. Beispielsweise beeinflusst das bloße Beantragen von Krediten auf Internetplattformen oder der häufige Wechsel der Primärbankverbindung („Gehaltskonto“) den durch die Agenturen ermittelten Scorewert.

Die Zahl der Konten oder Karten entscheidet natürlich nicht allein über eine Kreditzusage oder -ablehnung. Jede zusätzliche Kreditkarte schafft allerdings einen theoretisch in Anspruch genommenen Kreditrahmen. Zusammen mit anderen Faktoren, beispielsweise einer mangelnden Zahlungsmoral, kann dies die Bonität negativ beeinflussen. Denn bei den meisten Kreditinstituten spielt der Schufa-Score eine große Rolle für die Darlehensvergabe. Einzelne Personen werden nach bestimmten Merkmalen in Klassen eingeteilt. Hierzu gehört unter anderem die Zahl der Bankverbindungen einschließlich des von den Banken eingeräumten Kreditspielraums. Zu jeder Klasse gibt es eine Ausfallwahrscheinlichkeit. In der Konsequenz bieten die Banken in der Regel je nach Kreditwürdigkeit („Scoring“) individuelle Kreditkonditionen an. Bankkunden, die viele Bankverbindungen mit Dispositionskredit oder Kreditkarten besitzen, müssen dann beispielsweise mit höheren Kosten für Bau- und Konsumkredite rechnen.

„Hier sind dem 20-Euro-Einkaufsgutschein die möglichen zusätzlichen Prozentpunkte für die Immobilienfinanzierung gegenüberzustellen. Bei einer Kreditlaufzeit von zehn Jahren wird das sicher ein Negativgeschäft“, erklärt Wolfgang Kolarik von Steria Mummert Consulting. Es ist zwar sinnvoll, regelmäßig die Konditionen der eigenen (Haus-)Bank mit denen des Wettbewerbs zu vergleichen, eine gewisse Stabilität in der Bankverbindung sollte jedoch gewahrt bleiben.

(Quelle: Steria Mummert Consulting)

 

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