Die bayerische Wirtschaft will mit Ausbildungsscouts dem Problem nicht besetzter Lehrstellen Herr werden. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
05.02.2016 16:04 Uhr
AUSBILDUNG UND KARRIERE

Imageförderung Ausbildung | Bayerische IHKn setzen Ausbildungsscouts ein

München, 05.02.2016 16:04 Uhr (Regionalredaktion)

Der Mittel­stand bietet Ausbil­dungsplätze an und dennoch suchen viele Schul­ab­gänger eine Lehr­stelle. Das ist das Passungs­pro­blem. Es exis­tieren jedoch auch andere Gründe, wie die zuneh­mende Akade­mi­sie­rung, warum viele Ausbil­dungsplätze nicht besetzt werden.

Vor allem in Bayern bleiben viele Lehrstellen unbesetzt. Einerseits ist es das Passsungsproblem - Schulabgänger und Ausbildungsbetrieb passen nicht zusammen. Viele Azubis wollen nicht mehr die klassischen Handwerksberufe wie Bauberufe erlernen. Somit wirde der Platz nicht besetzt.

Auch der demografische Wandel ist ein Problem. Die Bevölkerung wird älter, es fehlen nachrückende Jugendliche. Der Fachkräftemangel macht sich vor allem in vielen handwerklichen Branchen bemerkbar.

Ein weiterer Effekt ist die zunehmende Akademisierung. Immer mehr Vertreter der Generation Y wollen lieber studieren und bleiben viel länger zu Hause.

Ausbildungsplätze besetzen - aber wie?

In einigen bayerischen Regionen werden Lehrlinge in Schulen geschickt. Dort sollen sie den Schülern ihre Erfahrungen aus dem Berufsleben näher bringen und für Transparenz sorgen.

Schützenhilfe gibt es jetzt von den bayerischen Industrie- und Handelkammern. Mit dem Projekt „Ausbildungs-Scouts“ will der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) bis 2018 rund 100.000 Schüler im Freistaat über die Vielfalt der Lehrberufe und die guten Karrierechancen nach einer Ausbildung informieren. Dazu werden bis zu 3.000 Azubis als „AusbildungsScouts“ geschult und in Zweier-Teams in die bayerischen Klassenzimmer geschickt. Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert das Projekt.

BIHK Ausbildungsscout

Bild 1: Franziska Höflmair aus Dachau ist einer von zukünftig 3.000 „Ausbildungs-Scouts“ in ganz Bayern. Die 18-Jährige lernt den Beruf der Kauffrau im Groß- und Außenhandel bei der Ludwig Meister GmbH in Dachau. Die BIHK-Kampagne wurde am 5. Februar 2016 in der Flugwerft Schleißheim mit rund 70 Scouts aus dem ganzen Freistaat gestartet.

Bayernweit ist die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen im Jahr 2015 zwar leicht um 0,5 Prozent auf 53.690 gestiegen. „Von einer Trendwende oder Entspannung sind wir aber weit entfernt“, unterstrich BIHK-Chef Peter Driessen den massiven Bewerbermangel bei den Lehrstellen. Aufgrund der guten konjunkturellen Lage bieten die bayerischen Unternehmen immer mehr Ausbildungsplätze an, während die Zahl der Interessenten abnimmt. So waren nach Beginn des Ausbildungsjahrs 2015 laut Statistik der Arbeitsagentur noch knapp 11.000 Lehrstellen in Bayern unbesetzt. Diesen standen nur rund 900 unversorgte Bewerber gegenüber. Die IHKs stehen für rund 60 Prozent der Ausbildungsverhältnisse im Freistaat.

(Quelle: IHK für München und Oberbayern)

 

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