Österreich baut konsequent die Forschungsförderung als Standortvorteil für Unternehmen aus anderen europäischen Ländern aus. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
18.11.2019 18:29 Uhr
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IN EUROPA

Effekte der steuerlichen Forschungsförderung im Nachbarland Österreich

Wien/München, 18.11.2019 18:29 Uhr (Frank Schulz)

Das deut­sche Bundes­ka­bi­nett hat im Mai dieses Jahres beschlossen, Forschung und Entwick­lung ab dem 1. Januar 2020 steu­er­lich zu fördern. In Öster­reich ist die Forschungs­prämie von nunmehr 14 Prozent seit vielen Jahren ein nicht mehr wegzu­den­kender Stand­ort­faktor.

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

Rund drei Viertel aller forschungstreibenden Unternehmen in Österreich, darunter viele deutsche Unternehmen nehmen die Forschungsprämie laut einer Erhebung des Wirtschaftswissenschaftlers Christian Keuschnigg in Anspruch.

Vor allem bei international tätigen und forschungsintensiven Unternehmen wirke sich die Prämie auch positiv auf die Standortsicherung aus. Dank der Forschungsprämie hat Österreich einen großen Wettbewerbsvorteil.

"Seit der Erhöhung um zwei Prozent Anfang 2018 merken wir einen deutlichen Anstieg bezüglich der F&E-Tätigkeit von ausländischen Unternehmen in Österreich“, so Renè Siegl, Geschäftsführer der staatlichen Betriebsansiedlungsagentur ABA - Invest in Austria. Den positiven Effekt der Forschungsprämie bestätigen auch deutsche Unternehmen wie Boehringer Ingelheim oder die Bosch AG, die bereits seit Jahren in Österreich wichtige Forschungszentren angesiedelt haben.

Forschungsförderung Boehringer Ingelheim und Bosch in Österreich

Boehringer Ingelheim (BI) hat in Österreich mit dem Regional Center Vienna (RCV) sein Zentrum für Krebsforschung angesiedelt und es ist ein Standort der Biopharmazeutika-Produktion und F&E. "Boehringer Ingelheim (BI) investiert bis 2021 über 700 Millionen Euro in eine biopharmazeutische Produktionsanlage in Österreich. Der Konzern beweist damit erneut großes Vertrauen in den Wiener Standort. Ein attraktiver Standort zeichnet sich insbesondere durch eine gute F&E-Finanzierung aus, wofür die Forschungsprämie von 14 Prozent in Österreich als Alleinstellungsmerkmal entscheidend ist. Die Förderprämie wurde in Österreich kontinuierlich erhöht, ein Umstand, der auch die Investitionsentscheidungen unseres Konzerns zum Teil beeinflusst hat“, führt Philipp von Lattorff, Generaldirektor des Boehringer Ingelheim RCV aus.

Bosch investierte 2018 mehr als 125 Millionen Euro oder neun Prozent vom Umsatz in Forschung und Entwicklung. In Wien, Linz und Hallein betreibt Bosch internationale Kompetenzzentren für Mobilitätstechnik. Zudem leisten die Entwickler in Wien innerhalb der Bosch-Gruppe wertvolle Beiträge bei der Entstehung innovativer Lösungen im Bereich Connected Mobility, beispielsweise beim fahrerlosen Parken. Dr. Klaus Peter Fouquet, Alleinvorstand Robert Bosch AG meint zur österreichischen Forschungsförderung: „Die Förderlandschaft ist wichtig – sie steigert die Attraktivität des Standorts. Die Erhöhung der Forschungsprämie auf 14 Prozent ab 1.1.2018 war ein positives Signal für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich. Damit haben wir im internationalen Bosch-Forschungs- und Entwicklungsverbund gute Chancen, neue Projekte zu akquirieren bzw. bestehende auszubauen. Doch nur in Kombination mit anderen Faktoren ist die Forschungsprämie erfolgreich, so schätzen wir vor allem die gut ausgebildeten und verfügbaren Arbeitskräfte sowie die gute Ausbildung an den Höheren Technischen Lehranstalten und Technischen Hochschulen in Österreich.“

Forschung Austria und Europa im Vergleich

Hintergrund zur Forschungsprämie in Österreich

Die Prämie für Forschung und Innovation beträgt seit Anfang 2018 14 Prozent. Sie kann von jedem Unternehmen, das in Forschung, Innovation und Entwicklung investiert, beantragt werden – unabhängig von Unternehmensgröße, Branche oder Firmenstruktur. Ein Anspruch auf die Forschungsprämie besteht auch dann, wenn das Unternehmen keinen oder nur geringen Gewinn erwirtschaftet. Die Auszahlung erfolgt als Cash-Prämie rasch und relativ unbürokratisch.

Im Rahmen der steuerlichen Forschungsprämie sind sowohl die eigenbetriebliche als auch die in Auftrag gegebene Forschung prämienbegünstigt. Die über den aktuellen Stand der Technik hinausgehende experimentelle Entwicklung von Modellen, Produkten und Prozessen wird dabei ebenfalls berücksichtigt. Häufig werden von den Unternehmen aber bei Weitem nicht alle Forschungs- und Entwicklungskosten für Prämienzwecke eingereicht. Dabei können diese sogar unabhängig vom Projekterfolg geltend gemacht werden. Neben Löhnen und Gehältern, Kapitalinvestitionen in Anlagevermögen und Immobilien sowie forschungsrelevanten Ausgaben wie zugekaufte Leistungen, Finanzierung- und Gemeinkosten können auch Kreditkosten angeführt werden, die bereits vor Projektbeginn angefallen sind.

(Quelle: ABA berät interessierte Unternehmen kostenlos bei der Standortwahl, in arbeits- und steuerrechtlichen Fragen, hilft bei der Suche nach Kooperationspartnern und unterstützt im Kontakt mit Behörden und informiert und berät Unternehmen über die Forschungsbedingungen sowie Fördermöglichkeiten in Österreich.)

 

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