Nach dem Währungsschnitt in der Schweiz steht nun auch die Wirtschaft im Fokus der Investoren und Versicherungen. Eine Einschätzung des Kreditversicherer Euler Hermes. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
28.01.2015 13:25 Uhr
EINSCHÄTZUNG ZUR SCHWEIZ

Euler Hermes Länderanalyse zur Wirtschaftssituation in der Schweiz

Hamburg/Zürich, 28.01.2015 13:25 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Der starke Schweizer Franken belastet nach Ansicht des führenden Kredit­ver­si­che­rers Euler Hermes die Profi­ta­bi­lität der eidge­nös­si­schen Export­wirt­schaft und setzt diese erheb­lich unter Druck, weil sich ihre Waren im Ausland erheb­lich verteuern.

Gleichzeitig schafft der währungsbedingte Innovations- und Effizienzdruck langfristig sehr gute Chancen im internationalen Wettbewerb. Besonders stark betroffen sind vor allem Branchen mit kleinen Margen, während Importeure und Privathaushalte profitieren.

Die Gewinner und Verlierer in der Schweiz

Papier, Holz, Textil und Stahl Verlierer – Großhandel, Import und Privathaushalte Gewinner
"Die Papier-, Holz-, Textil- und Stahlindustrie sind die Verlierer des starken Frankens. In diesen Branchen müssen wir in der Folge mit steigenden Unternehmensinsolvenzen rechnen“, sagt Thomas Krings, Risikovorstand bei Euler Hermes für Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Gewinner sind hingegen der Schweizer Großhandel und die Importeure, die zu niedrigen Euro-Preisen Waren einführen können. Auch die Privathaushalte gewinnen durch eine höhere Kaufkraft. Die Maschinen- und Uhrenindustrie, die Chemie- und Pharmabranche sowie die Medizintechnik sind auf den Weltmärkten hingegen positioniert und weisen überdurchschnittlich hohe Margen aus.“

Die Margen bei Herstellern von hochwertigen Maschinen und teilweise in der Luxusindustrie stehen durch die Währungsturbulenzen ebenfalls unter Druck. Sie sind aber hoch genug, so dass keine Gefahr droht, in die Verlustzone abzurutschen. Sie können die Effekte des starken Schweizer Frankens teilweise durch die günstigen Importpreise kompensieren. Die Rohstoffbranche handelt in der Regel in US-Dollar und ist deshalb umsatzseitig nicht betroffen – die in Schweizer Franken anfallenden Kosten drücken jedoch dennoch auf die Profitabilität.

Euler Hermes Studie Schweiz Details

Importe aus Eurozone helfen – bei Exporten zunehmend außereuropäische Märkte im Fokus

Die Eurozone könnte von vermehrten Importen der Schweizer Nachbarn profitieren. Importe aus der Eurozone helfen Schweizer Unternehmen, die Währungsschwankungen auszugleichen.

"Die Schweizer Exporteure haben durch ihre Zulieferer aus der Eurozone eine Art natürliche Absicherung gegen Währungsschwankungen“, sagte Stefan Ruf, Chef von Euler Hermes in der Schweiz. „Bis zu einem gewissen Grad mildert dies die Auswirkungen des starken Frankens ab. Margeneinbußen kann dies aber nicht vollständig kompensieren. Schweizer Unternehmen könnten ihre Abhängigkeit von der Eurozone durch Expansion in andere Märkte reduzieren. Die Realisierung eines Freihandelsabkommen mit den USA ist dabei entscheiden. Zudem stehen Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen im Fokus sowie die Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland. Der unfreiwillige Innovations- und Effizienzdruck schafft längerfristig sehr gute Chancen im internationalen Wettbewerb. Das ist ein sehr positiver Aspekt einer starken lokalen Währung.“


(Quelle/Material: Euler Hermes)

Disclaimer

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten. Vorbehalt bei Zukunftsaussagen: So weit wir hierin Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen ergeben sich eventuell Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschliessenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmassnahmen. Abweichungen resultieren ferner aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen, und insbesondere im Bankbereich aus dem Ausfall von Kreditnehmern. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte und der Wechselkurse, sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können einen Einfluss ausüben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

 

  • Europa
  • Wirtschaft
 
Artikel »   Drucken Versenden

 


Kommentar schreiben »



Kommentar:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an
      meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)

Bitte übertragen Sie die dargestellte Zeichenfolge in das rechte Feld:

* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.

 

Weitere Artikel zum Thema:

nach oben
 
Finanzen Markt & Meinungen - Das Praxismagazin für Finanzthemen
Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

Portalsystem 2025 © FSMedienberatung
Contentservice: Javascript Newsticker für Ihre Internetseite RSS Feed XML 0.9
0,112 Sek.