Forschungsteam der Cass Business School untersucht das erste Amtsjahr von CEOs. Deutsche CEOs sind vor ihrem ersten wichtigen Geschäftsabschluss eher zögerlich. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
02.09.2010 13:52 Uhr
STUDIE ÜBER DEUTSCHE CEOS

Studie über Deutsche CEOs bringt überraschende Ergebnisse hervor

London, 02.09.2010 13:52 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Forschungs­team der Cass Busi­ness School unter­sucht das erste Amts­jahr von CEOs. Deut­sche CEOs sind vor ihrem ersten wich­tigen Geschäfts­ab­schluss eher zöger­lich.

Laut einer Studie des Mergers and Acquisitions Research Centre (MARC) der Cass Business School sind Geschäftsführer, die während ihres ersten Jahres einen wichtigen Geschäftsabschluss aufweisen können, im Vergleich zu Kollegen langfristig leistungsstärker. Darüber hinaus zeigt die Studie - entgegen der vorherrschenden Meinung am Markt -, dass die durchschnittliche Anstellungsdauer eines Geschäftsführers bei nur 4,4 Jahren liegt, wodurch ihnen nur ein relativ kurzer Zeitraum zur Verfügung steht, um wirklich bahnbrechende Veränderungen umzusetzen.

Das Team von MARC untersuchte 276 wichtige Geschäftsabschlüsse zwischen 1997 und 2009, die von den Geschäftsführern im ersten Jahr ihrer Anstellung erbracht wurden. Sie fanden heraus, dass ein umfangreicher Strategienwechsel in vielen Fällen zu positiven Ergebnissen führte. Gleichzeitig jedoch führte mehr als ein Geschäftsabschluss ausnahmslos zu einer schlechteren Geschäftsleistung.

Der Bericht beschreibt vier Rahmenbedingungen, die für den Abschluss eines wichtigen Geschäfts durch einen neuen Geschäftsführer förderlich sind.

  • Art der Nachfolge: wenn der Geschäftsführer einen Vorgänger ersetzt, der „ausgemustert“ wurde
  • Art der Einstellung: wenn der Geschäftsführer aus einer Reihe externer Bewerber angestellt wurde
  • Betriebsleistung: wenn der Aktienkurs vor der Anstellung des Geschäftsführers unterhalb der Erwartungen blieb
  • Unternehmensführung: wenn das Unternehmen über einen hohen Prozentsatz der Aktionäre verfügt
Die Studie bringt einige interessante länderübergreifende Erkenntnisse hervor:
  • Geschäftsführer deutscher Firmen sind vorsichtiger und verfügen zum Zeitpunkt der Anstellung über das höchste Durchschnittsalter sowie über die längste Anstellungsdauer. Außerdem benötigen sie die meiste Zeit bis zum ersten Geschäftsabschluss.
  • Geschäftsführer britischer Firmen sind erfolgsorientierter als Kollegen vom europäischen Kontinent
  • Geschäftsführer spanischer Firmen haben im Verhältnis zu ihren europäischen Kollegen kürzere Bürozeiten
Scott Moeller, Leiter des M&A Centre in Cass, stellt fest: „Ein neuer Geschäftsführer weiß, dass er diese Stelle nicht ewig bekleiden wird. Er verfügt über einen begrenzten Zeitraum, um seinen Einfluss geltend zu machen. Ein kleiner Geschäftsabschluss mag dazu nicht ausreichen. Wenn sie Eindruck in der Industrie hinterlassen möchten und beabsichtigen, die Firmenlandschaft zu verändern, so müssen sie dies schnell tun. Dass die zu diesem frühen Zeitpunkt vorgenommenen Fusionen und Übernahmen die größeren Erfolgsaussichten haben, liegt darin begründet, dass sie offenbar aus der richtigen Motivation heraus getätigt wurden.“

Hintergrund
Die Cass Business School, City University, bietet eine innovative, zukunftsorientierte Hochschulausbildung, berufliche Weiterbildung und Forschung an. Sie befindet sich im Herzen des berühmten Finanzzentrums der „City“ in London. Die Undergraduate-, spezialisierten Master- und renommierten MBA-Programme zeichnen sich durch akademische Exzellenz aus. Die Schule arbeitet national und international an Forschungsprojekten und betreut cirka 100 PhD-Studenten. Cass besitzt in Europa den stärksten Lehrkörper für Finance, Actuarial Science und Insurance.
(Quelle:Cass Business School)

 

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