NORDLB gibt Statement zur Veröffentlichung des Rekapitalisierungsbedarfs
Hannover, 08.12.2011 18:15 Uhr (Regionalredaktion)
Die Deutsche Bundesbank und die BaFin haben heute die Ergebnisse einer EU-weiten Bankenumfrage zum Thema Rekapitalisierungsbedarf veröffentlicht. Neben der Norddeutsche Landesbank haben Landesbank Hessen-Thüringen, DZ Bank, WestLB, Commerzbank und die Deutsche Bank Rekapitalisierungsbedarf.
Statement NORD/LB: "Die NORD/LB wird die erhöhten Kapitalanforderungen, die der EU-Gipfel im Oktober beschlossen hat, wie gefordert bis Mitte nächsten Jahres vollständig erfüllen", erklärte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB Norddeutsche Landesbank, Dr. Gunter Dunkel. Nachdem am 27. Oktober 2011 nach einem "Schnell-Stresstest" für den hierfür erforderlichen Kapitalisierungsaufwand zunächst vorläufige Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) bekannt gegeben worden waren, hat die EBA heute ihre endgültigen Ergebnisse ausgewiesen.
Die Lage der NORD/LB sei durchgängig stabil und habe sich auch seit dem "Schnell-Stresstest" im Oktober nicht verändert, betonte Dunkel. Da die EBA zwischenzeitlich ihre Berechnungsgrundlagen verändert hat, ergäben sich für die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hierbei jedoch höchst widersprüchliche Zahlen. Während im offiziellen Stresstest im Sommer sowie beim "Schnell-Stresstest" im Oktober die bereits rechtsverbindlich beschlossenen Kapitalmaßnahmen des Landes Niedersachsen in Höhe von 1,67 Mrd. Euro von der EBA noch mitgerechnet worden waren, wurden sie jetzt von der EBA im aktuellen Durchgang wieder herausgerechnet, da die EBA den Stichtag für die Umsetzung nachträglich vom 31. Dezember auf den 30. September vorgezogen hat. Während der Kapitalisierungsaufwand für die NORD/LB im Oktober von der EBA noch mit 660 Mio. Euro angegeben wurde, weist die Aufsicht nun einen nominellen Aufwand von 2,489 Mrd. Euro aus. Auch weitere, derzeit in Vorbereitung befindliche Kapitalumwandlungen, die im Oktober-"Blitz-Stresstest" noch von der EBA berücksichtigt worden waren, wurden nun ebenfalls nicht mehr mitgerechnet.
Diese unterschiedlichen Zahlen deuten allerdings keineswegs auf eine veränderte Lage der Bank hin. Sie ließen weder auf eine Verschlechterung der Kapitalausstattung der NORD/LB schließen, noch seien sie auf eine Verschärfung von Stressszenarien oder auf Probleme in den Portfolien zurückzuführen, sondern allein auf die "nachträgliche Änderung der Spielregeln", betonte Dunkel: "Die NORD/LB steht nach wie vor gut da. Wir haben unser Nachsteuerergebnis in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Nicht die Kapitalsituation der NORD/LB hat sich seit Oktober verändert, sondern die Berechnungsgrundlagen der EBA. Deshalb ergeben sich stark schwankende Zahlen bei einer sehr soliden und stabilen Bank wie der NORD/LB. Die Hausaufgaben für die Bank und ihre Träger bleiben aber trotzdem die gleichen, und wir haben sie längst in Angriff genommen." Bereinige man die aktuelle Zahl der EBA um die Effekte der veränderten Berechnungsgrundlagen, bleibe der Kapitalisierungsaufwand der Bank in einer vergleichbaren Größenordnung wie bereits im Oktober.
Neben wechselnden Berechnungsgrundlagen seien die widersprüchlich berechneten "Kapitalbedarfe" hauptsächlich eine Konsequenz der Entscheidung der EBA, Kapitalinstrumente wie Stille Einlagen nicht zum harten Kernkapital zu zählen. "Die NORD/LB hat nicht zu wenig Kapital, die EBA blendet allerdings fast drei Milliarden Euro vorhandenes Kapital in ihrer Berechnungssystematik aus. Eingeleitete Maßnahmen zur Wandlung dieses Kapitals wiederum werden in den Berechnungen der EBA mal berücksichtigt und mal nicht. Das führt in unserem Falle leider zu mehr Verwirrung als Transparenz."
Die Kapitalmaßnahmen, die das Land Niedersachsen im Frühjahr im Zuge des Stresstests beschlossen hatte, sind mittlerweile rechtsverbindlich beschlossen und vollständig vorbereitet. "Wir stehen in den Startlöchern und warten derzeit nur noch auf den Abschluss der Prüfung durch die EU-Kommission", sagte Dunkel. Diese Maßnahmen umfassen eine Stärkung des Stammkapitals in einer Gesamthöhe von 1,67 Mrd. Euro sowohl durch die Wandlung von Stillen Einlagen und anderen Kapitalinstrumenten als auch durch eine direkte Kapitalzuführung. Zwischenzeitlich haben auch die Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern beschlossen, einen Teil dieses Maßnahmenpakets in einer Größenordnung von insgesamt 100 Mio. Euro zu übernehmen.
Zur Erfüllung des zusätzlichen Kapitalisierungsaufwands, der sich aus den erhöhten Kapitalanforderungen bis Mitte nächsten Jahres ergibt, werde die NORD/LB ihr im Frühjahr erfolgreich angelaufenes Kapitalstärkungsprogramm wie angekündigt ausweiten. Hierbei sei mit Unterstützung der Träger ein Bündel aus Maßnahmen in Vorbereitung, zu denen weitere Kapitalumwandlungen, Gewinnthesaurierungen und Beteiligungsverkäufe zählten, so Dunkel.
(Quelle: NORD/LB)

Banken Stresstest
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