Die meisten Unternehmer im Mittelstand sehen laut einer KfW Research Umfrage keine Auswirkungen eines harten Brexits auf ihre Geschäfte. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
11.10.2019 12:04 Uhr
RESEARCH WIRTSCHAFT UND MITTELSTAND

Brexit | KfW Umfrage im deutschen Mittelstand

Düsseldorf, 11.10.2019 12:04 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Welche Auswir­kungen hat ein harter Brexit? Die meisten Unter­nehmer im deut­schen Mittel­stand sehen dem Ganzen gelassen entgegen, wie eine im September 2019 durch­ge­führte reprä­sen­ta­tive Befra­gung von KfW Rese­arch zeigt.

Rund 60 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit maximal 500 Mio. EUR Jahresumsatz erwarten auch bei einem harten Brexit keine Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Ein Viertel der Unternehmen allerdings befürchtet Nachteile.

Bei vielen von ihnen dürfte es die Sorge um die Konjunktur sein, die die Erwartungen trübt: Von den rund 17 Prozent der Unternehmer im Mittelstand, die einen ungeregelten Brexit als eines der größten Risiken für die deutsche Konjunktur sehen, erwarten mehr als die Hälfte negative Auswirkungen auf ihr Unternehmen.

Darüber hinaus dürften einige Mittelständler auch direkt betroffen sein - beispielsweise, weil sie in das Vereinigte Königreich exportieren. Entsprechend rechnen vier von zehn Unternehmer im Mittelstand, deren Auslandsumsatz mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, mit Nachteilen für ihr Unternehmen im Falle eines harten Brexits. Besonders stark betroffen dürften exportstarke Mittelständler aus dem Verarbeitenden Gewerbe sein, für die ein wichtiger Absatzmarkt wegbrechen könnte. Mehr als 60 Prozent von ihnen erwarten bei einem ungeregelten Austritt negative Auswirkungen auf ihr Geschäft.

Brexit - Dienstleister im Mittelstand profitieren

Demgegenüber gehen einige Dienstleister davon aus, dass sie von einem harten Brexit sogar profitieren könnten. Unter den exportstarken Dienstleistern, zu denen unter anderem Rechts-, Steuer-, und Wirtschaftsberatungen zählen, gibt es einen relativ hohen Anteil von 15 Prozent, der eher positive Effekte auf das eigene Unternehmen erwartet. Der sinkende Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten aus dem Vereinigten Königreich dürfte hier eine Rolle spielen, aber auch der erhöhte Beratungsbedarf von Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen nach einem harten Brexit neu ordnen müssen.

TIPP: One Pager zur Umfrage auf den Internetseiten der KfW Research (externer Link zur pdf-Datei).

"Kurz vor einem möglichen harten Brexit bleibt der deutsche Mittelstand weitestgehend gelassen: Nur einem kleinen Teil der Unternehmen treibt das Szenario Sorgenfalten auf die Stirn. Die allermeisten befürchten jedoch keine Nachteile für ihre Geschäfte und einige könnten sogar profitieren“, fasst KfW-Ökonomin Dr. Jennifer Abel-Koch die Befragungsergebnisse zusammen.

Infos zur Umfrage:

Die repräsentativ hochgerechneten Ergebnisse basieren auf einer ergänzenden Befragung zum KfW-Mittelstandspanel im Zeitraum vom 11. bis 23. September 2019 unter rund 2.000 kleinen und mittleren Unternehmen KMU) mit einem Jahresumsatz bis zu 500 Mio. EUR.

(Quelle: KfW Research)

 

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