Young Professionals sind in Sachen Geldanlage häufig Selbstentscheider. Ergebnisse einer aktuellen FOM Studie. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
15.12.2015 13:05 Uhr
FINANZWISSEN DER YOUNG PROFESSIONALS

FOM Finanzen Studie | Young Professionals werden zu Selbstentscheidern

Düsseldorf/Essen, 15.12.2015 13:05 Uhr (Finanzredaktion)

Selbs­t­ent­scheider benö­tigen kaum Finanz­be­ra­tung. Sie inves­tieren in Kapi­tal­markt­pro­dukte wie Aktien, ETFs oder Fonds. Eine aktu­elle FOM-Studie beleuchtet das Finan­zwissen bei Young Profes­sio­nals.

Das Finanzwissen bei vielen Young Professionals, den hochqualifzierten Berufstätigen ist unterschiedlich. Das FOM Finanzinstitut (FOM Hochschule Essen) hat knapp 500 hochqualifizierte Berufstätige mit guten Verdienstaussichten zu ihrer Einstellung gegenüber Finanzberatern und -produkten befragt.

Keine Frage - Finanzprodukte werden immer komplizierter. Wer sich mit Indizes oder Spreads, der Geld-Brief-Spanne und Zertifikaten auskennt, hat Vorteile. Denn dieser Anleger kann durchaus höhere Renditen erzielen als sein Nachbar, der immer noch Kapital in Tagesgeld oder Sparbuch investiert.

Statista Geldanlage Deutschland

(Grafik: Allgemeines Anlageverhalten der Deutschen)

Am einfachsten wäre es, sich einem Finanzberater anzuvertrauen. Doch hier wird es nicht einfacher mit der Anlageentscheidung. Denn: Wer sich mit seinem Bankberater unterhält, dem werden Finanzprodukte von genau dieser Bank angeboten. Wer sich "freien" Finanzberatern wie beispielsweise von der Deutschen Vermögensberatung anvertraut, dem werden sogenannte provisionsbasierte Produkte angeboten.

Young Professionals sind Selbstentscheider

58 Prozent der jungen Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss bewerten laut FOM Studie ihr Wissen als gut. "Um festzustellen, ob diese subjektive Einschätzung auch der Realität entspricht, haben wir in diesem Jahr erstmals auch das objektiv vorhandene Know-how abgeklopft“, erklärt der Leiter der Studie, Prof. Dr. jur. Julius Reiter.

„Dabei kamen an die OECD angelehnte Standardfragen zu Themen wie Rendite, Inflation und Diversifikation zum Einsatz.“ Ergebnis: 54 Prozent der Befragten verfügen objektiv betrachtet über ein gutes allgemeines Finanzwissen. Von diesen 54 Prozent lassen sich rund zwei Drittel bei Anlageentscheidungen nicht beraten. Bei Young Professionals mit schlechtem Finanzverständnis sind es weniger als die Hälfte. Als Informationsquellen nutzen sie stattdessen: die Website des jeweiligen Finanzprodukts (61 Prozent), Informationen aus Finanz- und Wirtschaftspresse (56 Prozent), Finanzportale (54 Prozent) oder Testberichte (53 Prozent).

FOM Studie Young Professionals Finanzberatung

Mit Blick auf das eigene Portfolio zeigt sich: „Young Professionals generell investieren überproportional viel in Kapitalmarktprodukte“, sagt der Direktor des Institute for Strategic Finance, Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère. Dabei stechen Aktien (47 Prozent), Fonds (41 Prozent) und ETFs (21 Prozent) besonders hervor.

Darüber hinaus gilt: „Young Professionals mit schlechtem Finanzwissen setzen auf traditionelle und gering verzinste Anlageformen wie Sparbücher, Tagesgelder und Immobilien, während Young Professionals mit Finanzberater verstärkt – und wenig überraschend – in provisionsbasierte Produkte wie Bausparverträge und Kapitallebensversicherungen investieren“, so Prof. Dr. Frère. Getätigt wird der Kauf von Finanzprodukten meist online (69 Prozent), 36 Prozent der Befragten gehen über ihre Hausbank.

FOM Studie Vertriebskanaele

Aus den Analyseergebnissen leiten die isf Experten Empfehlungen für Kunden, Banken und Gesetzgeber ab. Ein Beispiel: „Vor dem Hintergrund des geringen Interesses an der klassischen Finanzberatung sollten Banken dringend ihre Geschäftsmodelle überprüfen und neue erschließen“, betont Prof. Dr. Reiter. „Eine Möglichkeit wäre, sich als Informationsanbieter für Selbstentscheider zu etablieren.“ Den potenziellen Kunden rät der Studienleiter, ihr Finanzwissen auszubauen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Hierbei sieht er auch den Gesetzgeber bzw. Schulen und Hochschulen in der Pflicht: „Durch umfangreichere Aufklärung in den Bereichen der Provisions- und Honorarberatung sowie der neueren Finanzierungskonzepten würden sich die Rahmenbedingungen für die privaten Finanzen deutlich verbessern“, so seine Prognose.

FOM Studie Informationsquelle Young Professionals

(Quelle / Verfasser der Studie: Prof. Dr. jur. Julius Reiter, Fachbeiratsvorsitzender; Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère, Direktor, Alexander Zureck, MBA, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, TinoBensch, MBA, Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

 

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