DIW untersucht Unternehmensgewinne: Positive Entwicklung seit der Finanzkrise
Berlin, 06.11.2014 10:06 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
Die Bilanzgewinne der deutschen Unternehmen haben sich nach dem Einbruch der Finanz-und Wirtschaftskrise in der Summe wieder deutlich erholt. Allerdings hat ein erheblicher Teil der Unternehmen auch in den Jahren 2010 und 2011 Verluste gemacht. Dies gilt insbesondere für bestimmte Branchen.
Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Auswertung der Gewinne nicht-finanzieller Kapitalgesellschaften in den Jahren 2006 bis 2011, die das Deutsche Institut der Wirtschaft (DIW) vorgestellt hat.
DIW-Forscher Hermann Buslei hat für seine Untersuchung die bisher nur wenig zur Beschreibung der Gewinnentwicklung genutzten Dafne-Daten verwendet und die Ergebnisse mit vorliegenden Ergebnissen auf der Basis der Jahresabschlussdaten der Deutschen Bundesbank sowie der Körperschaftsteuerstatistik verglichen.
Die Dafne-Daten enthalten handelsrechtliche Jahresabschlüsse (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) und erlauben aufgrund ihrer Panelform auch die Betrachtung der Gewinnentwicklung einzelner Unternehmen im Zeitverlauf sowie nach Branchen.
Auffällig sind die starken Gewinneinbrüche im verarbeitenden Gewerbe und im Verkehrssektor im Jahr 2009.
Das Ergebnis zeigt, dass im Zeitraum von 2006 bis 2011 ein erheblicher Teil der Unternehmen in mehr als der Hälfte aller Jahre Verluste aufwies. Dies gilt insbesondere für Unternehmen des Gastgewerbes und der öffentlichen und privaten Dienstleistungsbranchen.
Dagegen hatten die Energie- und Wasserversorger im selben Zeitraum vergleichsweise wenige Verlustjahre zu verzeichnen.
DIW-Ökonom Buslei folgert aus den Ergebnissen seiner Studie, dass die Wirtschaftspolitik bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen nicht nur auf die erfreulichen Durchschnittswerte der Unternehmensgewinne schauen, sondern darüber hinaus beachten sollte, dass es auch in einem normalen volkswirtschaftlichen Umfeld einen gewissen Anteil von Unternehmen gibt, die über mehrere Jahre Verluste erleiden. Um die Lage dieser Unternehmen zu verbessern, könnte man beispielsweise in der Steuerpolitik darüber nachdenken, den Verlustrücktrag flexibler zu gestalten und so den Rücktrag von Verlusten in ein gewinnreiches Vorjahr zu ermöglichen.
(Quelle: DIW Berlin)

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