Erinnerung: Die Anfänge der WestLB - verlor bis zu 604 Mio. Euro im Eigenhandel
Düsseldorf, 06.03.2008 19:20 Uhr (redaktion)
Die Fehlspekulationen haben die WestLB im ersten Halbjahr in die roten Zahlen rutschen lassen.
30.08.2007
Durch die missglückten Geschäfte unter anderem mit VW-Aktien verlor die Düsseldorfer Landesbank allein im Eigenhandel 604 Millionen Euro. Deshalb wies das Institut am Donnerstag für die ersten sechs Monate 38 Millionen Euro Verlust vor Steuern aus, ein Jahr zuvor hatte noch ein Plus von 239 Millionen Euro zu Buche gestanden.
"Die Verluste aus dem Eigenhandel prägen das Ergebnis und haben die Bank auf ihrem geschäftlichen ansonsten erfolgreichen Weg zurückgeworfen", sagte der neue Vorstandschef Alexander Stuhlmann am Donnerstag in Düsseldorf. Im operativen Geschäft machte die drittgrößte deutsche Landesbank aber teils deutliche Fortschritte. Stuhlmann zeigte sich daher zuversichtlich, im Gesamtjahr vor Steuern wieder schwarze Zahlen zu schreiben.
Händler der WestLB hatten sich mit Aktiengeschäften verspekuliert. Der ehemalige WestLB-Chef Thomas Fischer und ein weiterer Vorstand mussten deshalb gehen. Inzwischen ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen sieben amtierende und ehemalige Vorstände des Instituts - darunter Fischer.
Zins- und Provisionsüberschuss als größte Ertragsbringer der WestLB legten im ersten Halbjahr zu. Der Zinsertrag stieg um 2,6 Prozent auf 501 Millionen Euro. An Provisionen nahm die Bank mit 231 Millionen Euro sogar 44 Prozent mehr ein. Gewinne außerhalb des Handels auf eigene Rechnung sorgten dafür, dass das Minus im Handelssegment auf 309 Millionen Euro begrenzt wurde. Zugleich profitierte die WestLB von deutlich gesunkenen Personal- und Verwaltungskosten.
Für das Gesamtjahr prognostiziert Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus ein positives Vorsteuerergebnis. Dies setze aber voraus, dass sich die Krise an den US-Hypothekenmärkten nicht drastisch verschärfe. Aus heutiger Sicht erwarte die Bank keine größeren Ausfälle aus ihrem US-Engagement, sagte er. Im ersten Halbjahr hat die WestLB für die daraus erwarteten Risiken eine Vorsorge von 50 Millionen Euro gebildet. Das Institut ist mit 1,25 Milliarden Euro im US-Markt für zweitklassige Hypothekenkredite investiert.
Stuhlmann machte deutlich, dass er die WestLB als aktiven Mitspieler im Fusionsprozess unter den Landesbanken sehe. Er unterstütze die Bemühungen der Eigentümer, "rasch eine langfristig tragfähige, gute Lösung zu finden", erklärte der seit Ende Juli amtierende WestLB-Chef. Das Land Nordrhein-Westfalen will sich von seinem 38-prozentigen Anteil an der WestLB trennen. Die Sparkassen als größter Eigner treten für ein Zusammengehen mit der Stuttgarter LBBW ein. Die Landesregierung stemmt sich dagegen und prüft andere Optionen.
Der Finanzausschuss des NRW-Landtags beschäftigt sich am Donnerstag mit der Entwicklung bei der WestLB.

WestLB
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