Deloitte-Report zeigt erfolgskritische Faktoren für koreanisch-deutsche Firmenübernahmen auf. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
13.06.2013 11:50 Uhr
M&A STRATEGIEN IM MITTELSTAND

M&A-Strategie: Koreaner kaufen gerne deutsche Unternehmen

Düsseldorf/München, 13.06.2013 11:50 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Während korea­ni­sche Inves­toren welt­weit etwas verhal­tener unter­wegs sind, bilden deut­sche Unter­nehmen starkes Inter­esse bei den Korea­nern. Wie man den Gefahren, wie kultu­relle Unter­schiede oder stra­te­gi­sche Fehler auswei­chen kann, beschreibt der nach­ste­hende Artikel.

Ein Deloitte-Report gibt wertvolle Informationen und Hintergründe zur M&A-Strategie und zu aussagenkräftigen Business Cases.

Neben den kulturellen Unterschieden bilden die größten Gefahren für einen erfolgreichen Zusammenschluss: ein generelles Informationsdefizit aufseiten des Interessenten, die Besonderheiten der deutschen Steuergesetzgebung, mangelnde Vorbereitungen auf die Preisverhandlungen sowie unzureichende und zu späte Integrationsaktivitäten. Erfolgsförderlich sind hingegen neben der frühzeitigen Strategieformulierung eine intensive Due Diligence und eine konsistente Datenbasis als Grundlage zur Preisfindung. Das zeigt der aktuelle Deloitte-Report „M&A Best Practice – South Korean Transactions in Germany“.

Informationsdefizit als M&A-Bremse

Die Kaufrisiken in Deutschland sind vielfältig. Dazu gehört auch und vor allem ein ungenügender Informationsstand über Marktverhältnisse und potenziell interessante Übernahmeobjekte. Hier kann - über eine adäquate Strategie hinaus - die externe Hilfe erfolgsentscheidend sein. Auf der anderen Seite können fehlende Informationen auch deutsche Firmen dazu bewegen, koreanische Interessenten von der Bieterliste zu streichen.

Das deutsche Steuerwesen ist für seine Komplexität berüchtigt. Wer seine Besonderheiten bei einem avisierten M&A nicht genau kennt, kann durchaus scheitern. Hinzu kommt, dass Übernahmen in Deutschland vergleichsweise zügig abgeschlossen werden, sodass wenig Zeit zur Einarbeitung bleibt. Ebenfalls zu berücksichtigen: Auch die in Deutschland gültigen Accountig Rules unterscheiden sich trotz Angleichung an die IFRS von denen in Korea.

Kulturelle Unterschiede
Eine erhebliche Hürde sind die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Ländern. So verhandeln Deutsche direkter und zahlenbasierter. Koreaner müssen hingegen befürchten, bei einem Misserfolg das Gesicht zu verlieren. Auch nach erfolgreichem Abschluss bleibt die kulturelle Frage virulent, insbesondere im Hinblick auf die Post Merger Integration (PMI). Umso wichtiger ist es für die neuen koreanischen Besitzer, ihre Strategie offen und transparent zu kommunizieren, um keine wertvollen Mitarbeiter zu verlieren.

Business Case
Ein Business Case ist eines der Schlüsselelemente bei der Transaktionsvorbereitung. Viele koreanische Interessenten haben selbst bei konkretem Interesse nicht immer eine präzise Vorstellung von den Geschäftsaktivitäten ihrer potenziellen Übernahmeobjekte. Ohne einen Business Case kann das entsprechende Gebot zu hoch oder zu niedrig sein, was in einem Fall zu einem überhöhten Preis, im anderen zum Ausschluss von der Bieterliste führen kann. Nicht weniger wichtig ist die Vorbereitung auf die konkreten Verhandlungen: Sie sollten in jedem Fall klar geregelte Transition Service Agreements (TSA) beinhalten – hierfür muss sich der Bieter im Klaren sein, welche Services notwendig sind.

PMI so früh wie möglich
Einer der verhängnisvollsten Fehler im Vorfeld einer Transaktion ist eine zu späte Vorbereitung auf die PMI. Sie sollte keinesfalls erst am Tag eins nach vollzogenem Deal erfolgen, da zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche Unsicherheiten bei der Belegschaft entstanden sein können. Allein schon, weil unzählige Details beachtet werden müssen, sollte mit der Vorbereitung so früh wie möglich begonnen werden. Die Erfahrung zeigt, dass nur 38 Prozent aller PMI-Implementierungen in der Vergangenheit wirklich erfolgreich waren.

Best Practices
Die Nutzung von M&A Best Practices durch koreanische Interessenten beinhaltet über die frühzeitige Erarbeitung einer Strategie hinaus auch die Definition der einzelnen Funktionsträger. Generell hat sich die Hinzuziehung eines externen Beraters bislang als sinnvoll erwiesen. Ferner muss ein Projektteam mit entsprechenden Kompetenzen aufseiten des Bieters gebildet und ein spezieller M&A-Manager nach Deutschland entsendet werden.

„Best Practice in diesem Zusammenhang bedeutet auch, das nächste Level von PMI-Aktivitäten bereits beim Signing zu initiieren. Bis zum Closing sollte klar sein, welche Maßnahmen getroffen werden sollen. Nur dann können alle Potenziale des Merger voll erschlossen und Synergien wirklich genutzt werden“, ergänzt Jörg Niemeyer, Partner Corporate Finance bei Deloitte.

Deutsche Botschaft in Korea.

Deutsch-Koreanische Gesellschaft.

(Quelle: Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft)

 

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