Studie zur Markenpiraterie sieht deutsche Unternehmen schlecht geschützt
Frankfurt/Main, 07.09.2011 11:08 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
Jedes Jahr erleiden Unternehmen in Deutschland Umsatzverluste in Höhe von ca. 25 Milliarden Euro durch Produkt-und Markenpiraterie. BearingPoint-Studie zeigt: Unternehmen handeln erst im Nachgang.
Alleine in Deutschland gehen jährlich 70.000 Arbeitsplätze durch diese Form der Wirtschaftskriminalität verloren. Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen ist die Gefahr, von Produktpiraterie betroffen zu sein, unabhängig von der Größe des Unternehmens: Innovative kleine und mittlere Unternehmen sind ebenso betroffen wie große Konzerne. Ein schnelles und effektives Vorgehen gegen Produktpiraten ist somit geboten. Ihre Kenntnisse verschaffen sich Produktpiraten häufig auch durch Hackerangriffe.
Die Studie zeigt: Obwohl 79 Prozent der befragten Unternehmen schon einmal von Produkt- und Markenpiraterie betroffen waren, plant nur ein Drittel (32 Prozent), seine Präventionsaktivitäten auszubauen. Der Großteil der Unternehmen beschränkt sich bislang vor allem auf Reaktion anstatt auf Prävention: Rechtliche Maßnahmen, wie die Durchsetzung von Marken- und Urheberrechten sowie die juristische Verfolgung im Fall von Rechtsverletzungen sind für drei Viertel der Befragten das wesentliche Mittel zur Bekämpfung von Produktpiraterie. Die meisten Unternehmen (70 Prozent) sind nicht in der Lage, die durch Fälschung entstandene Schadenhöhe zu beziffern. In vielen Fällen werden Piraterieschäden überhaupt nicht gemessen. Die meisten Befragten verlassen sich auf Schätzungen, zum Beispiel durch eigene Recherchen im Internet oder am Point of Sale (32 Prozent).
Präventiv wirkende ganzheitliche Konzepte sind bei den befragten Unternehmen unterrepräsentiert. Technisch gestaltete Kennzeichnungsmittel, um Originale fälschungssicher zu machen, nutzt zwar bereits jedes zweite Unternehmen (54 Prozent). Aber nur ein Fünftel der Unternehmen plant oder setzt bereits ein System zur Echtheitsprüfung von Produkten für Kunden ein, wie Etiketten oder Logistiksiegel mit integriertem Sicherheitscode.
IT-Lösungen zur lückenlosen Produktauthentifizierung und -verfolgung entlang der gesamten Warenwirtschaftskette nutzen nur 18 Prozent der Befragten. Dabei ist dies elementarer Bestandteil eines umfassenden Schutzes vor Fälschungen. Eine zentrale Datenbank sollte die Produktinformationen und -historie anhand einer Seriennummer verarbeiten sowie Logistik-, Status- und Ereignisdaten zur Verfügung stellen können. Von der Herstellung bis zum Endkunden kann so der Lebenszyklus eines Produkts, auch zur Abwehr ungerechtfertigter Gewährleistungsansprüche, vollständig nachvollzogen werden.
Ein Download der kompletten Studie steht hier zur Verfügung.
(Quelle: IHK München/BearingPoint)

Wirtschaft Mittelstand
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