Bei niedrigen Zinsen setzen immer mehr Anleger auf die Immobilie. Neben der Lage ist vor allem die Auswahlstrategie sehr relevant. Hier ein Beispiel für die Region Berlin. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
16.04.2015 11:13 Uhr
IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND

Thema Immobilienkauf in Top-Regionen: Der Investitionsstandort Berlin

Düsseldorf, 16.04.2015 11:13 Uhr (Frank Schulz)

Immo­bi­lien galten schon immer als eine vernünf­tige Grund­lage beispiels­weise zur Vorsorge. Immerhin besitzen die Deut­schen ein Immo­bi­li­en­ver­mögen in Höhe von 5 Billionen Euro (Stand 2014/­Post­bank). Aber wo sind attrak­tive Stand­orte für Inves­toren?

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

Die Lage, die Lage und nochmals die Lage. Dieser Satz galt lange Zeit für den Werterhalt einer Immobilie. Heutzutage kommen noch weitere Erfolgskomponenten für den interessierten Kapitalanleger dazu. Welches Ziel will ich mit einem Investment erreichen und ganz wichtig, mit welcher Strategie gehe ich vor? Im Übrigen gibt es kaum Unterschiede zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren.

Statista Wohnimmobilien Regionen

Anlageklasse Immobilie – nur welche und wo? Wie die Grafik ausdrückt, gilt vor allem der Wohnungsmarkt als sehr attraktiv. Laut einer aktuellen Studie (02/2015) der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat zudem Berlin bei Wohnimmobilien weiterhin die Nase vorn: „Berlin ist nach Meinung der Befragten die attraktivste deutsche Stadt für Wohnimmobilieninvestments, gefolgt von Frankfurt mit 14 Prozent.“

Weiter heißt es in der Studie: „Den Trend zur Wohnimmobilie mit Fokus auf Berlin gibt es bereits seit mehreren Jahren. Bemerkenswert ist, dass die zwischenzeitlich gesetzlich geregelte Mietpreisbremse dem generellen Interesse an der Wohnimmobilie kaum Abbruch tut.“

Berliner Wohnungsmarkt für Investoren

Kenner der Immobilienbranche in Berlin ist die Mähren Gruppe mit ihrem alleinigen Gesellschafter Jakob Mähren. In den Medien wurde jüngst über den Verkauf von 835 Wohnungen aus dem Portfolio der Gruppe berichtet. Sofort wurde spekuliert, ob sich Mähren aus der Hauptstadt zurückzieht.

Der Berliner Tagesspiegel (06.02.2015) berichtet dazu: „Ganz im Gegenteil: Nach eigenen Angaben will er (Anm.: Mähren) in den nächsten Jahren bis zu 200 Millionen Euro in Wohnhäuser in der Hauptstadt investieren.“

Die Strategie der Mähren Gruppe ist u.a.: „Randlagen […] werden in den nächsten Jahren interessanter werden, da sich viele Leute die Innenstadt nicht mehr leisten können.“ So gelten Marzahn und Hellersdorf durchaus als interessante Lagen.

Das zeigt, wie wichtig die eingangs erwähnten weiteren Erfolgskomponenten sind. Denn nicht nur immer mehr Touristen kommen nach Berlin. Neben vielen Unternehmen sind es gerade Existenzgründer, die dem Ruf Berlins als das deutsche Silicon Valley folgen. Berlin gilt als die Hochburg für junge Entrepreneure.

Die Deutschen haben im Vergleich zu anderen Ländern im Übrigen wenig Immobilien-Eigentum. Denn über die Hälfte aller Deutschen (fast 54 Prozent) leben in angemieteten Wohnungen. Die Situation variiert je nach Bundesland (siehe Grafik).

Statista Eigentümerquote Immobilien

Immobilienblase: Im Moment melden sich einige Kritiker und befürchten eine Immobilienblase. Denn viele sehen keine Alternative zu anderen Anlageklassen aufgrund der niedrigen Zinsen als die Immobilie. So würden dann die Preise enorm steigen – vor allem in den Ballungsgebieten. Es stünde viel Liquidität zur Verfügung und gerade institutionelle Anleger gingen in rentable Anlagemöglichkeiten.

Die Bundesregierung erläuterte im Jahr 2013: "Historisch gesehen sprechen einige strukturelle Faktoren dafür, dass Deutschland weniger anfällig für die Entstehung einer Immobilienblase ist als viele andere Länder. Die Finanzierungskultur ist konservativ ausgerichtet“. Neben einem hohen Eigenkapitalanteil gebe es meist langfristige Kreditverträge mit festen Zinssätzen. „Kurzfristige Finanzierungen mit variablem Zins, bei denen das Zinsänderungsrisiko beim Kreditnehmer liegt, sind bisher die Ausnahme.“

Fazit:

Es kommt wie bei allen Investments auf Transparenz und auf Finanzwissen an. Anleger sollten sich nicht blind auf Aussagen forscher Berater verlassen. Am Beispiel Wohnungsimmobilien Berlin sieht man, das strategische Überlegungen eine große Rolle spielen. Jakob Mähren meint: “Immobilienunternehmer gewinnen für die Stadtbewohner an Signifikanz, da auch die Einstellung der Menschen durch die städtische Veränderung langsam umkippt und immer mehr Leute zum Immobilienkauf tendieren als zur Anmietung einer Wohnung.“ Statt eine Wohnung zu mieten, versuchen ebenso viele junge Menschen diese zu kaufen, um sich eine ideale Altersvorsorge und Kapitalanlage zu schaffen.

(Quellen: Mähren Gruppe/ Focus Online / Berliner Tagesspiegel / Statista)
(Foto: Mähren Gruppe / Pressefoto)

 

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