Thema Standortpolitik: Städte zwischen Wachstum und Verschuldung
Köln/Düsseldorf, 21.05.2014 11:11 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
Deutsche zieht es immer mehr in die Metropolen. Dort treffen laut einer Erhebung der IW Consult große Unterschiede aufeinander. Wachstum und Wohlstand gehen einher mit Armut und Verschuldung.
Von 2000 bis 2011 hat sich der Bevölkerungsanteil in den 14 größten deutschen Städten von 15,5 auf 16,4 Prozent erhöht. Für 2030 prognostiziert das IW Köln, dass sogar bis zu 18,8 Prozent der Bevölkerung in den 14 größten Städten leben werden. Welche Zukunftschancen für Großstädte bestehen, zeigen ein paar erfolgreiche Beispiele, die es schaffen, forschende Institutionen und Wirtschaft miteinander zu verbinden.
In deutschen Großstädten ist die Kaufkraft je Einwohner ebenso überdurchschnittlich wie die Zahl der Hartz-IV-Empfänger, und der Anteil an Abiturienten ragt genauso heraus wie die Quote der Schulabbrecher.
Was aber können die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung dagegen tun?
Drei Beispiele zeigen, worauf es heute besonders ankommt – auf Forschung und Vernetzung:
Jena. Die „Lichtstadt“ in Thüringen beheimatet 13 Forschungs- und Wissenschaftsinstitute sowie zwei Hochschulen. Da die Schwerpunkte von Wissenschaft und Forschung mit denen der ansässigen Unternehmen übereinstimmen und beide Seiten gut vernetzt sind, hat sich Jena besonders dynamisch entwickelt: Von 2007 bis 2012 ist der Anteil der Arbeitslosen in Jena um 30 Prozent gesunken – doppelt so stark wie im Durchschnitt aller Großstädte.
Braunschweig. In der „Stadt der Wissenschaft“ (2007) arbeiten 15.000 Menschen in Hochtechnologie-Unternehmen oder in Forschungseinrichtungen. Auch Braunschweig zeichnet sich durch eine intensive Netzwerkarbeit aus. So besteht die 2013 gegründete „Allianz für die Region“ aus 16 gleichberechtigten Gesellschaftern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden. Und das „Gründungsnetzwerk Braunschweig“ wird von 18 Institutionen, Verbänden und Wirtschaftsunternehmen getragen.
Erlangen. Die Stadt in Franken zählt nur rund 100.000 Einwohner, hat aber von allen Großstädten die höchste Ingenieursdichte, den größten Anteil an Hochqualifizierten sowie die höchsten Quoten bei der Personalausstattung im Bereich Forschung und Entwicklung. Zudem leben in der „Siemensstadt“ pro 100 Einwohner nur drei Hartz-IV-Empfänger – so wenig wie in keiner anderen deutschen Großstadt.
(Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.)

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