Ukraine-Krise: Generalkonsulat empfiehlt Ausreise mit dem Linienbus
München, 09.05.2014 12:21 Uhr (Wirtschaftsredaktion)
Die Situation für deutsche Unternehmen im Süden und Osten der Ukraine wird immer undurchsichtiger. Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie-und Handelskammertags Peter Driessen findet die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes sehr unzufrieden.
Unzufrieden äußert sich Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, über die aktuelle Empfehlung des Auswärtigen Amtes für deutsche Staatsangehörige, den Süden und Osten der Ukraine zu verlassen.
"Welche Folgen hat das für Firmen, die dort investiert und Niederlassungen haben? Da herrscht Ratlosigkeit, darüber schweigt man sich aus", sagt Driessen. Er zitiert aus dem Lagebericht, den der BIHK vom Beauftragten der bayerischen Wirtschaft in der Ukraine bekommen hat.
Demnach wird es immer schwieriger die beiden östlichen Landesteile Donezk und Luhansk zu verlassen. Der Flughafen in Donezk war schon geschlossen. "Unser Generalkonsulat empfiehlt tatsächlich die Fahrt mit dem Linienbus", fasst Driessen den Lagebericht zusammen. In dem Schreiben an den BIHK heißt es, die Indizien sprechen für eine zunehmend prekäre Sicherheitslage. So soll auch örtliche Polizei Fahnen der Separatisten an Kontrollposten auf der Straße gehisst haben.
Der Wirtschaftsdelegierte rät den Firmen, die noch aktive Niederlassungen in den genannten Krisenregionen haben, möglichst nicht aufzufallen. Mitarbeiter sollten keine Firmen-Arbeitskleidung in der Öffentlichkeit tragen. Firmenschilder an Gebäuden und Logos an Fahrzeugen sollten besser entfernt werden. "Das zeigt, wie ernst die Lage ist. Auch eine Quittung für westliche Wirtschaftssanktionen, die die Spannungen in Russland und in der Ukraine sicher nicht gemildert haben", meint der Hauptgeschäftsführer.
Nach Ansicht von Driessen kümmert sich die Bundesregierung zu wenig um die Folgen der Ukrainekrise für betroffene bayerische und deutsche Unternehmen. "Wir warten seit Wochen auf eine Antwort des Auswärtigen Amtes zur Klärung der strittigen Zollfragen für bayerische Warenlieferungen auf die Krim". Die Rechtslage auf der Krim sei weiter unklar. Erste Spediteure auf dem ukrainischen Festland weigerten sich aber bereits, Waren auf die Krim zu liefern, weil sie Zollnachforderungen befürchten, so Driessen.
(Quelle: Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern)

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