In Deutschland gibt es immer mehr Erwerbstätige. Aber die Arbeitslosenzahl sinkt nicht. Zuwanderung und immer mehr Ältere, die Arbeiten wollen sind zwei der Gründe. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
26.11.2014 12:34 Uhr
ARBEITSMARKT IN DEUTSCHLAND

Arbeitsmarktanalyse: Trotz Job-Boom bleibt die Arbeitslosenzahl gleich

Düsseldorf/Berlin, 26.11.2014 12:34 Uhr (Frank Schulz)

Die Zahl der Erwerbs­tä­tigen in Deutsch­land wächst weiter, es gibt immer mehr Jobs. Jedoch sinkt die Arbeits­lo­sen­zahl nicht signi­fi­kant. Wie kann das sein? Zwei wesent­liche Entwick­lungen stecken dahinter, wie das iwkoeln analy­siert hat.

Informationen zum Autor:
Herausgeber seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Projekte in der Finanz-/Medienindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group. Editor von über 8.000 Fachartikeln zum Thema Finanzwissen, Nachhaltigkeit, Innovation und Wirtschaft.

Die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt aus Nürnberg sind "stabil", was bedeutet, dass es gleich viel Arbeitslose wie in den vergangenen Monaten gab.

Dazu kommentiert Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereiches Prognosen und Strukturanalysen bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg: "Die Arbeitsagenturen zeigen sich bezüglich der Entwicklung der Arbeitslosigkeit verhalten optimistisch." Was das bedeutet, zeigt die nachfolgende Grafik: Die Arbeitslosenzahl bleibt konstant.

Mehr Menschen werden (wieder) erwerbstätig

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat zwei Phänomene beobachtet:

  • Höhere Erwerbsbeteiligung. Ein immer größerer Teil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter will arbeiten. Die Erwerbsquote der über 50-Jährigen zum Beispiel ist allein von 2010 bis 2012 um 2 Prozentpunkte auf 73 Prozent gestiegen.
  • Mehr Zuwanderung. Während von 2005 bis 2009 per saldo nur 77.000 Zuwanderer aus dem Ausland nach Deutschland kamen, waren es in den Jahren 2010 bis 2013 mehr als 1,2 Millionen.
Vor allem ältere Frauen kehren zudem verstärkt zurück in den Beruf. Ihre Erwerbsquote ist um 2,4 Prozentpunkte gestiegen, was rund 500.000 zusätzlichen potenziellen Arbeitskräften entspricht.

Weil mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt drängten, konnten die neu entstandenen Jobs besetzt werden, ohne die Arbeitslosigkeit zu senken.

Zudem hat sich ein harter Kern an Arbeitslosen gebildet, der nur sehr mühsam abgebaut werden kann. So ist die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit seit 2010 von 64,1 auf 66,3 Wochen gestiegen.

Häufig sind es Qualifikations­defizite, die den Weg ins Berufsleben verstellen. So streben 1,2 Millionen Arbeitslose eine einfache Tätigkeit an, für die es aber nur 90.000 offene Stellen gibt. (Nach-)Qualifizierung ist deshalb ein Weg, das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

(Quellen: iwkoeln und Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit)

 

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