Euler Hermes stellt aktuelle Ergebnisse zur weltweiten Risikostudie für Insolvenzen 2018 vor. Vor allem China und Großbritannien sind stärker betroffen. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
06.03.2018 12:39 Uhr
EUROPA FINANZEN UND WIRTSCHAFT

Euler Hermes Insolvenzen 2018: Risiko in China und Großbritannien

Hamburg/Frankfurt am Main, 06.03.2018 12:39 Uhr (Frank Schulz)

Insol­venzen treffen häufig auch Teil­nehmer der Wert­schöp­fungs­kette, vor allem Liefe­ranten. Deshalb ist mehr denn je ein wach­sames Auge für disrup­tive Märkte notwendig. Vor allem in China und Groß­bri­tan­nien steigt laut Euler Hermes das Insol­venz­ri­siko.

Informationen zum Autor:
Redaktion seit 2007 und Gründer von FMM-Magazin. Erfahrungen in der Finanzindustrie seit 2003 u.a. bei Gruner + Jahr (Financial Times Deutschland) und der OnVista Group.

Im "Global Insolvency Index“ prognostiziert der Kreditversicherer Euler Hermes jährlich die Insolvenzentwicklung in 43 Ländern. Nachdem der globale Insolvenztrend nach sieben Jahren mit rückläufigen Zahlen 2017 eine kurze Pause eingelegt hat (+1%), wird in diesem Jahr wieder ein weltweiter Insolvenzrückgang um 1% erwartet. Doch in jedem zweiten Land ist die Zahl der Unternehmenskonkurse nach wie vor höher als im Krisenjahr 2007.

Insolvenzen 2018: China - verlangsamtes Wachstum führt zu stärkstem Insolvenzanstieg weltweit

Nach einem signifikanten Anstieg der Insolvenzquote um 35% im vergangenen Jahr dürften die Insolvenzen in China laut der Prognose von Euler Hermes auch 2018 zum fünften Mal in Folge weiter steigen. Mit einer prognostizierten Quote von +10% führt China das globale Ranking mit dem höchsten Insolvenzanstieg an. Aufgrund der Wachstumsverlangsamung gehen die Experten davon aus, dass die Insolvenzen in Asien insgesamt zunehmen.

Großbritannien: Brexit lässt Insolvenz-Prognose hochschnellen

Im Brexit-Vorfeld leiden Importeure und Verbraucher in Großbritannien unter steigenden Rohstoffkosten und einem schwächeren Pfund. Euler Hermes prognostiziert für das Jahr 2018 in diesem Umfeld einen Insolvenz-Anstieg um 8%. Damit gilt das Land als Ausnahme in Westeuropa, wo in den meisten Ländern aufgrund der konjunkturellen Erholung und der günstigen monetären Rahmenbedingungen entweder ein Rückgang oder eine Stabilisierung der Insolvenzen erwartet wird.

Euler Insolvenzen Report Branchen 2017

Digitale Disruption wirkt sich auf wichtige Wirtschaftszweige aus

Trotz der Wiederbelebung von globalem Wachstum und Handel leiden immer mehr inländische Wirtschaftszweige unter dem Ausfall großer Unternehmen. Im Jahr 2017 waren Großinsolvenzen um 21% angestiegen, besonders in den Branchen Dienstleistungen, Einzelhandel, Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie im Baugewerbe. Treiber dieser Entwicklung, durch die auch die Risiken für die Lieferanten steigen, sind der intensive Wettbewerb und die digitale Disruption.

Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes DACH, mahnt zur Vorsicht: „Auch in Deutschland gehen wir in diesem Jahr wieder von sinkenden Insolvenzen um 4% aus. Aber auch wenn derzeit keine Wolke den blauen Wirtschaftshimmel zu trüben scheint, müssen Firmenlenker wach und aufmerksam bleiben. Das betrifft nicht nur das Auslandsgeschäft, denn auch in Deutschland sind die Konkurszahlen von Großunternehmen 2017 auf 37 Fälle angestiegen. Jede Konzerninsolvenz kann ein weiteres Unternehmen in der Wertschöpfungskette sehr schnell selbst betreffen.“

(Quelle: Euler Hermes ist eine Tochtergesellschaft der Allianz und ist an der Euronext Paris notiert (ELE.PA). Euler Hermes ist weltweit im Kreditversicherungsgeschäft tätig und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kaution, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt über 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen. Über das unternehmenseigene Monitoring System verfolgt und analysiert Euler Hermes täglich die Insolvenzentwicklung kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris ist in 52 Ländern vertreten und beschäftigt rund 6.050 Mitarbeiter).

 

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