Im Netz der Spinne: Die SCHUFA und eine neue Dimension der Datenrecherche
Düsseldorf, 07.06.2012 19:02 Uhr (Gastautor)
So wie eine Spinne ihr Netz spannt, so will die SCHUFA persönliche Daten, Jobprofile, Freizeitgestaltung und Sozialverhalten von Internetusern systematisch sammeln, zusammenführen und ihren Kunden (z.B. Banken, Versandhäuser, etc.) als Mehrwert zur Verfügung stellen.
Wer hat eigentlich welchen Nutzen?
- Die SCHUFA erweitert ihr Datenpotential und hat somit einen Mehr“wert“ , den sie Ihren Kunden anbieten kann. Auf Deutsch gesagt: die aufbereiteten Daten von Bürgern können schlussendlich noch gewinnbringender verkauft werden. Was anderes ist es nicht. Im Prinzip ist die SCHUFA ein Profil-Broker.
Gibt es eigentlich eine Steigerung des Begriffes „Der gläserne Mensch“?
Schauen wir weiter - der ganz normale Alltag:
- Die Financial Times gibt den Hinweis auf die sogenannte „Privatsphäre“. Natürlich lässt sich diese bei Facebook, Xing, LinkedIn, Twitter & Co. einstellen. Aber nichts desto trotz: Das Internet verliert nichts! Alles was irgendwann, irgendwo einmal online war kann von Experten gefunden werden. Heißt, wenn ich jetzt meine Privatsphäre verändere, dann sind die Daten von zuvor mit der richtigen Technik dennoch aufspürbar.
- Ist es nicht auch eigentlich erschreckend, dass ich von Amazon Angebote bekomme, die eine Verknüpfung haben mit Produkten die ich dort zuvor erworben habe? Service schön und gut. Aber auch erschreckend!
- Google Streetview… was für ein riesen Aufschrei gab es vor noch nicht allzu langer Zeit bezüglich der Privatsphäre. Datenschützer liefen Sturm, Privatleute machten Front. Zu Recht!
Eine weitere Betrachtungsweise:
Gemäß Statistischem Bundesamt (letzter Stand 2010) gibt es in Deutschland rund 81 Millionen Bürger. Die unter 15-jährigen werden mit rund 11 Millionen Menschen beziffert. Daraus ergibt sich in Deutschland eine Bevölkerungszahl der über 14 (bzw. 15) -jährigen von zirka 70 Millionen Menschen.
Laut www.statista.com befinden sich bis 2012 rund 46.5 % der über 14-jährigen im Internet:
- Wie will die SCHUFA die rund 50 % der Bevölkerung bewerten die nicht im Internet sind?
- Oder anders gefragt, wird so eine neue Version der 2-Klassen-Gesellschaft geschaffen?
- Stellt sich hier nicht die Frage der Gerechtigkeit?
Hinweis: http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsethik
(Quelle: Statistisches Bundesamt,FTD.
Grafik: Statista)
(Foto: Gerd Altmann;pixelio.de)

Internet Auskunfteien Datenschutz
* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.
- BaFin ordnet Moratorium bei der North Channel Bank an
- Finanzen News | Robert Halver Analyse zum Aktienmarkt
- Konzept der EU zum Ausbau der erneuerbaren Energie
- EU schafft Regeln für autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme
- Börse News | Hellman & Friedman bietet EUR 460,00 je zooplus AG Aktie

Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.
Portalsystem 2025 © FSMedienberatung